07. März 2019, 22:17 Uhr

Wahlkampfauftakt zum Heringsessen

07. März 2019, 22:17 Uhr
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Von Nastasja Akchour-Becker
Ortstermin beim Heringsessen in Bettenhausen: CDU-Bürgermeisterkandidat Christian Knoll (l.) mit Regierungspräsident a. D. Wilfried Schmied und der Licher CDU-Vorsitzenden Josefine Lischka. (Foto: nab)

Ein bisschen verspätet, weil er noch die Eröffnung der Licher Kulturtage besucht hatte, kam Christian Knoll ins Dorfgemeinschaftshaus Bettenhausen. Dort, beim traditionellen Heringsessen der CDU an Aschermittwoch, warteten gut 50 Parteimitglieder und -unterstützer, um den CDU-Bürgermeisterkandidaten bei seinem ersten öffentlichen Auftritt zu erleben. In den kommenden Monaten kommt auf den 40-jährigen Staufenberger ein straffes Programm zu. Denn schließlich will er bis zur Bürgermeisterwahl am 15. September, bei der Amtsinhaber Bernd Klein (SPD) nicht mehr für eine dritte Amtszeit antreten wird, möglichst viele Stimmen für sich sammeln.

Wertschätzung für Ehrenamtliche

Doch zunächst steht Ortskunde für Knoll auf dem Programm. »In den nächsten Wochen werde ich zunächst Lich, seine acht Stadtteile und vor allem die Bürger besser kennenlernen«, machte Knoll in seiner Rede deutlich. Für sein Wahlprogramm werde er sich eine umfassende Grundlage erarbeiten.

Vier Themen hat der Bürgermeisterkandidat schon auf der Agenda. Er wolle den ausgeglichenen Haushalt des jetzigen Amtsinhabers fortführen, sollte er die Wahl gewinnen. Zudem müsse Lich auch weiterhin ein attraktiver Ort für Familien und Kindern sein. Die Verkehrssituation in der Innenstadt müsse verbessert werden, zeitnah müsse eine Diskussionsgrundlage vorliegen. Als vierten Punkt nannte Knoll das Engagement der Ehrenamtlichen und Kulturschaffenden in Kirche, Feuerwehr, dem DRK und insgesamt 160 Vereinen. Ihnen sei die Attraktivität Lichs zu verdanken und es gelte, den Ehrenamtlichen Wertschätzung entgegenzubringen. Als Bürgermeister wolle er zuhören, gemeinsam Lösungen erarbeiten und sich dafür einsetzen, dass die Wertschätzung auch ankommt. Er wolle auch Ansprechpartner für die Gewerbetreibenden sein und ein offenes Ohr für deren Belange haben.

Erste Eindrücke hat sich Knoll bereits bei »Muschem Helau« in Muschenheim, beim Männerballett-Tanzturnier der Elefantenfüße sowie beim Fasching im Don-Bosco-Saal und in Bettenhausen verschafft. Was er sah, habe ihn umgehauen, bekannte er freimütig.

Unterstützung bekam Knoll beim Heringsessen von einem langjährigen Weggefährten. Regierungspräsident a. D. Wilfried Schmied rief die Parteifreunde auf, hinter Knoll zu stehen, ihn bei vielen Gelegenheiten zu begleiten. Es sei kein Nachteil, »von auswärts zu kommen«, so Schmied. Ludwig Seiboldt (1984 bis 2008 CDU-Bürgermeister in Lich) sei aus Frankfurt gewesen. Schmied sagte, er kenne Knoll seit 20 Jahren und sei überzeugt, dass er das Rüstzeug für die Aufgabe habe. Knoll trat mit 16 Jahren in die CDU Staufenberg ein, war mit 18 Jahren jüngster Stadtverordneter in Hessen – in einer Kommune, die große Schuldenprobleme hatte. Mit 20 Jahren gehörte er dem CDU-Kreisvorstand an, 2001 wurde er zum Staufenberger CDU-Vorsitzenden gewählt. Auf die Verwaltungsaufgabe sei der Diplom-Verwaltungswirt durch die Arbeit beim RP Gießen vorbereitet, zudem absolviere er gerade ein Studium zum »Master of Public Management«. Auch auf den Rückhalt seiner Frau Katharina Sollner kann Knoll bauen. Sollte er Bürgermeister werden, möchte die Patchwork-Familie nach Lich ziehen, in die, laut Knoll, »attraktivste Kommune im Landkreis«.



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