20. August 2018, 22:09 Uhr

Wahlkampf in der Schule

20. August 2018, 22:09 Uhr
Volle Stuhlreihen: Circa 300 Schüler verfolgen die Podiumsdiskussion an der CBES. (Foto: dcg)

Lollar (dcg). Die Jugend gilt gemeinhin als politikverdrossen. In der Clemens-Brentano-Europaschule war davon nichts zu merken: Fast 300 Schüler verfolgten am gestrigen Montag die Podiumsdiskussion mit den Wahlkreiskandidaten für die Landtagswahl und bekamen Antworten auf ihre Fragen.

Matthias Riedl (Linke), Katrin Schleenbecker (B90/Grüne), Frank-Tilo Becher (SPD), Arno Enners (AfD), Wolfgang Greilich (FDP) und Lucas Schmitz als Vertretung für Klaus Peter Möller (CDU) äußerten sich zu den vier Punkten Bildung, Infrastruktur und Mobilität, Wohnen sowie Integration. Die Fragen wurden von Schulsprecherin Emelina Gajardo Michel und ihrer Stellvertreterin Charlotte Boos gestellt, die die Diskussion eloquent moderierten und die Politiker im Rahmen von Zeit und Thema hielten.

Beim Punkt Bildung waren sich die Fraktionsverteter noch in weiten Teilen einig: Digitalisierung und Lehrermangel seien akute Themen, die gezielt bearbeitet werden müssten. Weiter sollten Schüler frühzeitig auf ihrem Karriereweg gefördert werden, egal in welche Richtung er geht.

Warum gehen Ältere leer aus?

Die anschließenden Punkte sorgten allerdings vermehrt für Diskussionsstoff, und es ging auch mal lauter zu. Etwa als es um das Schülerticket ging: Für 365 Euro im Jahr können Schüler den öffentlichen Personennahverkehr hessenweit nutzen, aber nur bis zur neunten Klasse einschließlich bekommen sie einen Großteil der Kosten erstattet. Die Älteren gehen leer aus. Für FDP-Mann Greilich wird dabei an der falschen Ecke gespart, das Geld solle aus anderen Bereichen herangezogen werden, sagte er. Eine Meinung, die bei den Schülern gut ankam.

Linken-Politiker Riedl forderte vor allem einen Ausbau der Infrastruktur, um den ÖPNV auch in ländlicheren Gebieten attraktiver zu machen. Auch er erntete dafür große Zustimmung von den Schülern.

Es waren zwar auch Themen, die weit weg von ihrem Alltag sind, für die sich die Jugendlichen interessierten. So wurde gar über die Grunderwerbesteuer gesprochen. Doch als abschließend das Publikum Fragen stellen durfte, landete die Diskussion schnell wieder bei der Bildungspolitik. So hakten die Schüler nach, wie das von Riedl präferierte Schulsystem nach skandinavischem Vorbild genau funktionieren soll oder warum sie so wenig über die Arbeits- und Finanzwelt und den Umgang mit dem Klimawandel lernen. Genaue Antworten darauf blieben ihnen die Geladenen zwar schuldig, dennoch waren die Schüler mit der Veranstaltung zufrieden.

Bereits im Vorjahr hatte die CBES Kandidaten der Bundestagswahl zu einer Diskussion eingeladen. Ein Konzept, das aufgeht: »Ich fand es sehr interessant und weiß jetzt, wen ich wähle«, sagte Charlotte Boos.

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