06. Oktober 2017, 19:41 Uhr

Vorverträge für vier Anwesen

06. Oktober 2017, 19:41 Uhr
Eines der von der Stadt Laubach ins Auge gefassten Objekte:das Anwesen Untere Langgasse Nr. 7 (ganz links). (Foto: tb)

Der demographische Wandel trifft alle. Vor allen anderen aber das flache Land. Den Folgen der Überalterung aktiv zu begegnen, hat sich Laubach vorgenommen. Außergewöhnlich dabei: Die Ostkreiskommune kauft lange leerstehende Häuser an, 500 000 Euro hat das Stadtparlament dafür bereitgestellt.

Schließlich, so ist man sich einig, stören verwaiste Läden und Wohnhäuser nicht nur das Straßenbild, sondern auch den Kämmerer, da mit rückläufigen Steuereinnahmen verbunden. Auch mittelfristig, da das triste Bild kaum zum Zuzug animiert. Ein Feld, dass der im Vorjahr im Rahmen des IKEK-Förderprogramms eingestellte Leerstandsmanager beackert: Michael Köppen heißt der, und in seiner ersten Bilanz kann er unter anderem auf vier Vorverträge über den Ankauf leerstehender Häuser in der Kernstadt verweisen.

Zwölf private IKEK-Maßnahmen

In seinem Bericht erinnert Köppen zunächst an die Prämisse seiner Arbeit: »Die Grundlage für ein Leerstandsmanagement muss die Erarbeitung eines Innenstadtentwicklungskonzeptes sein.« Erforderliche Vorarbeiten zu erledigen, das zähle zu seinen ersten Aufgaben.

Bis dato hat Michael Köppen mit über 30 Eignern von Liegenschaften im Fördergebiet sogenannte »Küchentischgespräche« geführt; Leitfaden war dafür ein von ihm erarbeitetet standardisierter Fragebogen. So gewonnene Daten bildeten die Grundlage für das mittlerweile von der Stadt in Auftrag gegebene Innenstadtentwicklungskonzept. Bei den Gesprächen, so weiter der Leerstandsmanager, sei ebenfalls das Interesse an IKEK-Förderungen für Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen abgeklopft worden. Auf Basis dieser Kontakt- und Objektdaten hat das in Sachen »IKEK« betraute Ingenieurbüro Schnarr schon einige Begehungen vorgenommen und Beratungsgespräche geführt.

Dass das Förderprogramm des Landes gerade bei Privaten ankommt, dafür zitiert Köppen Aussagen aus der zuständigen Abteilung Ländlicher Raum beim Lahn-Dill-Kreis: Bis dato wurden danach in Laubach bereits zwölf private Maßnahmen bewilligt, beträgt die Fördersumme insgesamt 168 187 Euro. Und: Zu den bisher fünf Projekten in der Kernstadt könnten bis zum Jahresende noch zwei weitere hinzukommen.

Nach Rücksprache mit den Eigentümern hat Köppen überdies für einige weitere Objekte Wertschätzungen durch das Ortsgericht veranlasst. Ebenso hat er veranlasst, dass Laubach im Kommunalen Immobilienportal (KIP) mit einer eigenen, von ihm gepflegten Seite vertreten ist. »Hier kann die Kommune kostenlos ihre eigenen, zum Verkauf bestimmten, Liegenschaften anbieten, aber auch, als Service für die Laubacher, im Auftrag Objekte von Privatpersonen einstellen.«

Was nun besagte Mittel für den Erwerb von Liegenschaften als Beitrag zur »Ortskern- und Stadtentwicklung gemäß IKEK-Rahmenprogramm« angeht: Für die Umsetzung dieses Beschlusses hat Köppen zunächst vier Objekte ausgewählt und mit den Eigentümern Vorverträge abgeschlossen. Konkret geht es um das »Hochzeitshaus« in der Grünemannsgasse sowie die Anwesen Untere Langgasse 7, 12 und 13. Sofern es zum Ankaufsbeschluss käme, wäre das ein Eingangsinvest von rund 220 000 Euro. Zunächst aber, so stellte Michael Köppen auf GAZ-Nachfrage klar, müsse das Entwicklungskonzept stehen; darin enthalten wäre die künftige Nutzung besagter Objekte.

In jeder Woche, so der Laubacher abschließend, bekomme er Anfragen nach Häusern, Grundstücken, aber auch freien Mietwohnungen. Das ihm zur Verfügung stehende Angebot sei jedoch leider sehr gering – mehr als »Mangelverwaltung« sei daher nicht drin.

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