17. Februar 2019, 19:20 Uhr

Von Drei zu Eins

Drei Kirchengemeinden machen sich auf den Weg: Krofdorf-Gleiberg, Launsbach und Wißmar arbeiten an einem engeren Miteinander. Ziel ist die Vereinigung zur evangelischen Kirchengemeinde Wettenberg.
17. Februar 2019, 19:20 Uhr

Wir wollen etwas Gemeinsames machen«, sagen die Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinden aus Krofdorf-Gleiberg, Launsbach und Wißmar. Seit 2017 schon sind Alexandra Hans, Esther Wagner und Georg-Christoph Schaaf dazu im Gespräch, stets mit eingebunden auch die Presbyter.

Am Samstag sind sie gemeinsam mit ihren Überlegungen an die Öffentlichkeit gegangen. Im Anschluss an den Abendgottesdienst in Wißmar haben sie die Idee eines engeren Miteinanders der drei Gemeinden in einer Info-Veranstaltung zur Diskussion gestellt, haben den aktuellen Stand vorgetragen und den Gemeindemitgliedern Gelegenheit zum Fragen und zum Diskutieren gegeben.

»Dass jeder alles alleine stemmt, das geht aus unterschiedlichen Gründen auf Dauer nicht mehr« sagen Hans und Schaaf.

»Wir sind nicht in einer Not, können uns heute aus einer Position der Stärke heraus neu orientieren und so Neues gestalten. Aufgrund des Finanzdrucks und des demografischen Wandels wird es als sinnhaft erachtet«, legen Hans und Schaaf dar. Die Gemeinden in Krofdorf-Gleiberg und Wißmar zählen jeweils etwas weniger als 2500 evangelische Christen, Launsbach etwas unter 1100 zusammen also mehr als 6000, wenn man gemeinsame Strukturen schafft. Klar ist zudem, wenn Pfarrerin Wagner 2023 in Launsbach in den Ruhestand geht, dann wird es wohl nur noch zwei Pfarrstellen geben

Die Kirchenvorstände haben sich darauf verständigt, aufeinander zuzugehen und nach neuen Wegen zu suchen. Und dies nicht erst dann, wenn man durch äußere Umstände zum Handeln gezwungen wird. Ende 2018 respektive Anfang dieses Jahres haben die drei Presbyterien Absichtserklärungen beschlossen und damit formal bekundet, künftig enger zusammenzuarbeiten.

Eine Option wäre ein pfarramtlicher Verbund, eine andere eine echte Vereinigung zu einer »evangelischen Kirchengemeinde Wettenberg«. Dies wird angrestrebt, denn diese wäre dann deckungsgleich mit der Gemeinde Wettenberg, die vor knapp 40 Jahren gebildet wurde.

Die drei Gemeinden haben sich externer Beratung versichert. Die Rheinische Landeskirche hat einen Moderator zur Verfügung gestellt, der sich seit Mai 2018 einbringt.

Dabei sind viele Fragen zu klären, denn man steht noch ziemlich am Anfang: Wie hält es die eine Gemeinde mit besonderen Gottesdiensten? Wie die anderen? Oder der Unterricht zur Vorbereitung der jungen Menschen auf die Konfirmation: In Launsbach sind das traditionell zwei Jahre, in Wißmar und Krofdorf-Gleiberg nur eins. Was wird wo sinnhafterweise beibehalten? Was wird angeglichen? Was will oder muss man harmonisieren? Wo bringt es Vorteile? Oder was darf denn einfach unterschiedlich bleiben? Wie kann ein gemeinsamer Name lauten? Wo würde der Sitz der neuen Gemeinde sein? Wichtig auch: Die Menschen müssen keine Verlust-Ängste haben. Die Kirche soll im Dorf Identifikationspunkt bleiben.

Gute Ansätze für das engere Miteinander gibt es schon länger, berichtet Uta Barnikol-Lübeck, Sprecherin des neuen Kirchenkreises an Lahn und Dill. Und nennt beispielhaft gemeinsame Gottesdienste, beispielsweise zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten, gemeinsame Aktionen in der Jugendarbeit wie etwa die seit 20 Jahren organisierten Sommerfreizeiten am Mittelmeer oder die von allen drei Gemeinden gemeinschaftlich verantwortete Bibelwoche.

Angelegt ist es auf einen sich über mehrere Jahre hinweg erstreckenden Prozess. Zwei Arbeitsgruppen mit den Themenschwerpunkten »Präsenz und pfarramtliche Versorgung« sowie »Strukturen, Seelsorge und Gottesdienst« haben sich gebildet, berichtet Sprecherin Barnikol-Lübeck am Wochenende. Sie behandelten unter anderem die Fragen von Gemeindebriefen, Homepages, Jugendarbeit und Kirchenmusik.

Die Pfarrer sprechen jedenfalls von einer »Riesen-Chance, das Neue zusammen zu denken und das gemeinsame Arbeiten als Bereicherung zu erleben.

Die drei Wettenberger Gemeinden sind da nicht allein mit ihren Überlegungen: Eine pfarramtliche Verbindung gehen Reiskirchen und Niederwetz in Hüttenberg ein oder Volpertshausen und Weidenhausen. Auch die Gemeinden in Langgöns sind in einer Phase der Neu-Orientierung.

Die Presbyterien der Kirchengemeinden Launsbach, Krofdorf-Gleiberg und Wißmar planen die Vereinigung der Gemeinden. (Fotos: Archiv)

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