11. Mai 2017, 19:57 Uhr

Vom Provisorium zum Schmuckstück

11. Mai 2017, 19:57 Uhr
Von 1967 bis 1982 diente dieser Kirchenpavillon im Hammerpfad als Gotteshaus. (Foto: vk)

Heuchelheim (vk). Der 5. März 1967 war ein denkwürdiger Tag. Pfarrer Josef Michalke SJ von St. Albertus Gießen und Generalvikar Ludwig Haenlein aus Mainz weihten im Hammerpfad eine provisorische Kapelle ein. Nach 450 Jahren war dies das erste Mal, dass die Gläubigen in Heuchelheim und Kinzenbach wieder ein eigenes katholisches Gotteshaus hatten, das den Namen »Maria Frieden« (Maria als Königin des Friedens) erhielt.

Das war nötig geworden, denn nach dem Zweiten Weltkrieg kamen infolge der Vertreibung rund 1300 Deutsche aus den östlichen Gebieten, besonders aus dem Sudetenland und Ungarn, nach Heuchelheim und Kinzenbach. In vielen Jahren durften die Katholiken ihre Gottesdienste in den evangelischen Kirchen vor Ort feiern.

Die Kapelle im Hammerpfad bestand 15 Jahre. Am 1. Mai 1982 wurde das neue Gotteshaus im Amselweg von Hermann Kardinal Volk, Bischof von Mainz, eingeweiht. Mit seiner ganzen Kraft setzte sich damals Pfarrer Alfons Matzker SJ der Muttergemeinde St. Albertus Gießen, dafür ein, eine neue und größere Kirche zu bauen. Am 1. Februar 1974 wurde dann durch die Urkunde des Bischofs von Mainz Maria Frieden eine Filialgemeinde.

Gedränge vor der Bilderwand

Am vergangenen Sonntag feierte die ganze Gemeinde mit ihrem Pfarrer, Monsignore Hermann Heil, und vielen Gästen einen festlichen Gottesdienst zum jährlich stattfindenden Pfarrfest und zum 50-jährigen Bestehen. Dieser wurde mitgetragen vom Chor der Muttergemeinde St. Albertus in Gießen. In seiner Predigt spannte der Geistliche einen Bogen von der Vergangenheit bis in die Gegenwart und betonte, dass dieses Fest in der lebendigen Gemeinde ein großes Geschenk sei. Nach der Vertreibung, so der Pfarrer, dachten viele, dass sie wieder zurück kämen in ihre alte Heimat. Doch dann sind sie geblieben und haben in der Gemeinde Maria Frieden eine neue Heimat gefunden.

Nach dem Gottesdienst wurde die Gemeinde zu einem Sektempfang in die Gesellschaftsräume der Kirche eingeladen. Prof. Wolfgang Jitschin, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates von Maria Frieden, ging in einer kleinen Chronik und vielen interessanten Einzelheiten nochmals auf die Historie der Gemeinde ein.

Sehr zum Gelingen beigetragen hat Gerda Weiss, seit 1973 die unermüdliche Chronistin der Gemeinde, und ihr Ehemann Lothar Weiss. Vor der sehenswerten Bilderwand drängten sich die Gäste geradezu, fanden sie sich doch darauf wieder und staunten über die vielen Fotos und Unterlagen aus den vergangenen 50 Jahren.

Wie in jedem Jahr nach dem Pfarrfest kamen um 13.30 Uhr dann viele Gläubige wieder ins Gotteshaus und feierten mit Kaplan Johannes Busch eine andächtige Maiandacht, die einen würdigen Abschluss der Festlichkeiten bot.

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