19. Februar 2018, 21:23 Uhr

Virtuos und harmonisch

19. Februar 2018, 21:23 Uhr
Caroline Bergius und Louis Vandory im »Blauen Saal«. (Fotos: dis)

Zu einem kammermusikalischen »Duo-Abend« hatte der Freundeskreis Schloss Hungen in den »Blauen Saal« am Sonntag eingeladen, zu dem sich eine große Zahl von Musikfreunden einfanden. Dorothea Gundlach stellte das Duo mit Caroline Bergius (Klavier) und Louis Vandory (Violine) vor. Bergius, schottische Pianistin und Cembalistin, wurde für ihren Einsatz hinsichtlich der musikalischen Ausbildung jugendlicher Musiker 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Unter den aufstrebenden Violinisten der jüngeren Generation ist Vandory eine Ausnahmeerscheinung, wurde er doch bereits als Elfjähriger Jungstudent an der Hochschule für Musik in München. Ein junger Musiker von besonderer Hingabe, der inzwischen mit bekannten Solisten und mit dem Goldmund-Quartett konzertiert, ebenso mit den Münchner Symphonikern und dem Jugend-Sinfonieorchester des Bayerischen Staatsorchesters.

Das Konzert begann mit der Sonate D-Dur KV 306 in den Sätzen Allegro con spirito, Andantino contabile, Allegretto-Allegro von Wolfgang Amadeus Mozart. Von den 18 vorhandenen großen Sonaten bildet diese in Paris im Sommer 1778 komponierte den krönenden Abschluss des op. 1-Zyklus. Im ersten Satz hatte Bergius die Gelegenheit, ihre Virtuosität auf dem Piano unter Beweis zu stellen, denn dieser zeichnet sich durch Reichtum und schnelle Folge der musikalischen Gedanken aus. Im Andantino cantabile spielt die Violine als Melodie-Instrument eine große Rolle, der sich Vandory mühelos gewachsen zeigte. Das Finale spielt mit dem Wechsel eines zierlichen Allegretto und eines lebhaften Allegro, bis es in einer virtuosen Kadenz und fortreißenden Repetitionen grandios kulminiert.

Es folgte Edvard Griegs Sonate F-Dur op. 8. Sie entstand im Sommer 1865 in Dänemark. In ihr wird der Einfluss norwegischer Volksmusik deutlich. Das Konzert setzte sich nach einer Pause fort mit »Elegy op. 22« von Gerald Finzi. Die Elegy für Violine und Klavier entstand über mehrere Jahre und wurde 1940 fertiggestellt. Ursprünglich als langsamer Satz einer Violinensonate konzipiert, wurde diese nie zu Ende komponiert. Beiden Musikern war es vorbehalten, dieses Stück harmonisch zu interpretieren.

Suk subtil zum Schluss

Zum Abschluss des Konzertes erklangen vier Stücke op. 17 von Josef Suk. Suk stammte aus Böhmen, und sein Vater brachte ihn früh mit der Musik in Kontakt. Er war zweiter Geiger im von Hanus Wihan gegründeten »Tschechischen Quartett« und nahm bis 1933 in mehr als 4000 Konzerten teil. Suk machte sich nicht nur als Geiger sondern auch als Konzertpianist einen Namen. Die um das Jahr 1900 geschriebenen vier Stücke op.17 für Violine und Klavier verleihen beiden Instrumenten sowohl lyrische Schönheit als auch virtuose Brillanz, die vom Duo subtil und mit großem Einfühlungsvermögen hörbar gemacht wurden. Beide Musiker konnten am Ende des Konzertes den hochverdienten Applaus des Publikums entgegennehmen.

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