10. Oktober 2018, 10:00 Uhr

Windenergie

Vier Windräder für Allendorf/Lumda?

Ein Tochterunternehmen von E.ON hat im Haupt- und Finanzausschuss Entwürfe für Windkraftanlagen vorgestellt. Die Stadt will weitere Interessenten hören, entschieden ist noch nichts.
10. Oktober 2018, 10:00 Uhr
Auch auf Allendorfer Gemarkung könnten mittelfristig mehrere Windräder entstehen. Das Bild zeigt Anlagen bei Hassenhausen (Kreis Marburg-Biedenkopf). (Archivfoto: jwr)

Die Energiewende ist in vollem Gange, Windkraft dabei ein wichtiger Baustein. Doch wo sollen Windräder entstehen – und wer soll sie betreiben? Der vom Regierungspräsidium erstellte »Teilregionalplan Energie« weist Flächen aus, die als für Windkraftanlagen geeignet gelten.

Auch zwei Flächen auf Allendorfer Gebiet sind darin ausgewiesen, eine davon nordwestlich des Ortes und in städtischem Besitz. Vier Windräder könnten dort errichtet werden.

Bis zu einer Entscheidung dürfte noch einige Zeit vergehen. An Investoren, die sich von neuen Windrädern Profit erhoffen, mangelt es offenbar nicht. Die vortex energy GmbH hat bereits ein Angebot vorgelegt. Nun stellten zwei Vertreter des Unternehmens den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses vor, was aus ihrer Sicht im »Vorranggebiet Al3« machbar wäre.

160 Meter hoch, 158 Meter im Durchmesser der Rotorblätter und eine Leistung von 5300 Kilowattstunden bei voller Auslastung – das sind die Eckdaten der Windrad-Entwürfe, wie sie am Montag vorgestellt wurden.

 

Noch frühe Planungsphase

Es handle sich um eine »Plausibilitätsprüfung«, sagte Jan Pagel (vortex energy) in seinem Vortrag. Neben Bildmontagen, die einen Eindruck davon geben, wie sich die Windräder von Allendorf und Nordeck aus betrachtet in die Landschaft einfügen würden, präsentierte er auch Daten zu Schallimmissionen. Laut der vorläufigen Analyse wären Wohngebiete nicht über gültige Grenzwerte hinaus vom Lärm der Rotoren betroffen. Gleiches gelte für den Schattenwurf.

Bevor aus den Plänen Realität werden könne, müssten zertifizierte Gutachter noch ihr Placet geben, betonte Pagel. Auch Bürgermeister Thomas Benz unterstrich im Gespräch mit dieser Zeitung, dass die Stadt sich verschiedene Angebote einholen wolle, man sich noch in einer sehr frühen Planungsphase befinde.

»Selbstverständlich verdienen wir Geld damit«, sagte Pagel. Ziel des Unternehmens sei aber auch, die Bürger finanziell zu beteiligen, etwa über regionale Tarife in Kooperation mit Stromanbietern oder Energiegenossenschaften, an denen Bürger Anteile erwerben könnten.

 

Fragen von kritischen Bürgern

Fragen hatten nicht nur Ausschussmitglieder, sondern auch Bürger, darunter einige erklärte Windkraft-Kritiker – und teils gut vorbereitet. Das Unternehmen sei seit 15 Jahren im Geschäft, in Kassel ansässig. »Ein relativ junges, dynamisches Team« mit rund 40 Mitarbeitern, hatte Pagel eingangs gesagt.

Der Hinweis, dass die GmbH mittlerweile zu 100 Prozent dem Energieversorger E.ON gehört, kam dann aber erst aus dem Publikum. Pagel: »Das haben Sie gut recherchiert.«

Die Kosten für die Errichtung schätzte Pagel auf 3,5 bis 5 Millionen Euro je Windrad, hinzu kämen unter anderem Planungs-, Entwicklungs- und Baukosten: »Da kommen wir auf eine ganze Menge Geld«.

Falls vortex die ins Auge gefassten Anlagen tatsächlich errichten werde, könne das Fundament nach einer Stilllegung restlos entfernt werden.

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