17. Mai 2018, 22:22 Uhr

»Verkehr wird kein Problem sein«

17. Mai 2018, 22:22 Uhr
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Von Christina Jung
Nur noch ein paar hundert Meter bis zum Inheidener Ortsrand, dann beginnt die Natur. Weil dort ein neues Baugebiet entstehen soll, gehen Anwohner auf die Barrikaden. Dass die OVAG-Straße schon jetzt dem Verkehr nicht gewachsen ist (siehe oben) ist nur ein Grund, der in ihren Augen gegen das Vorhaben spricht. (Foto: bf)

Mehr Verkehr, vollgelaufene Keller, Wertverlust der Immobilien – wenn es um die geplante Erweiterung des Inheidener Neubaugebietes »Am kleinen Riedweg« geht, sind die Befürchtungen einiger Bürger vielfältig. Vor allem die Anwohner von OVAG-Straße und dem kleinen Riedweg sorgen sich. 460 Unterschriften wurden bereits gegen das Vorhaben gesammelt und auch schon übergeben. In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung meldeten sich einige dieser Anwohner kritisch zu Wort.

Infoveranstaltung im Juni

Einer der Skeptiker ist Walter Weber. »Wir waren überrascht, als wir aus der Zeitung von den Planungen erfahren haben«, sagt der 76-Jährige, der an der Ecke OVAG-Straße/Holzbrückenweg wohnt, im GAZ-Gespräch. Wie andere hat er nach dem Aufstellungsbeschluss im vergangenen Spätsommer Widerspruch gegen die Planungen eingelegt. Zum einen, weil er ein erhöhtes Verkehrsaufkommen befürchtet. Bereits das aktuelle Neubaugebiet habe den angrenzenden Straßen mindestens 30 Prozent mehr Fahrzeuge beschert. Die Folgen könnten seiner Auffassung nach gesundheitliche Schäden, ein Verlust an Lebensqualität sowie eine Wertminderung seiner Immobilie sein. Zum anderen besitzt er ein Grundstück im Außenbereich an der OVAG-Straße, das seine ganze Familie als Garten und Rückzugsort zur Erholung, nutzt. »Mit Beginn der Bauarbeiten wird dies nicht mehr in der bisherigen Form möglich sein«, ist sich Weber sicher.

Bürgermeister Rainer Wengorsch, dem mittlerweile die Ergebnisse der Untersuchung der Verkehrssituation durch ein Ingenieurbüro vorliegen, widerspricht. »Nach den geltenden Richtlinien stellt das zu erwartende Verkehrsaufkommen kein Problem dar.« Die Frequenzen seien durch die bestehenden Straßen abgedeckt. Abgesehen davon werde die OVAG-Straße noch ausgebaut und mit Abgrenzung sowie Bankette versehen.

In Webers Augen allerdings ist diese viel zu schmal, um als Erschließungsstraße für das Baugebiet infrage zu kommen. An der engsten Stelle misst sie gerade 4,50 Meter. Weber: »Schon jetzt gibt es immer wieder Schwierigkeiten im Begegnungsverkehr.« Spaziergänger auf dem Weg zum See hätten in brenzligen Situation keine Ausweichmöglichkeit. Für Letztere wird das auch künftig gelten, denn wer zu Fuß in Richtung Natur unterwegs ist, soll den kleinen Riedweg benutzen. Dort haben die Anwohner – entgegen ihrer Befürchtungen – im Fall einer Erschließung aber nicht mit mehr Fahrzeugen zu rechnen. Wengorsch: »Der Verkehr wird nicht durch das jetzige Neubaugebiet fließen.«

Wäre da noch die Sache mit dem Wasser: Bei Starkregen laufen immer wieder Inheidener Keller voll, sagt Weber. Auch diese Problematik hat die Stadt prüfen lassen. Wengorsch: »Zum Teil wurde das bestätigt.« Die Folge: Vor oder parallel zur Erschließung eines neuen Baugebietes würde das Kanalsystem saniert beziehungsweise erweitert. Die Ergebnisse beider Prüfungen will der Hungener Rathauschef den Bürgern bei einer Informationsveranstaltung Mitte/Ende Juni vorstellen. Der Rahmen dafür soll eine Ortsbeiratssitzung sein. Nach der Sommerpause werden sich erneut die städtischen Gremien mit dem Thema beschäftigen. Dann nämlich steht der Beschluss über die Offenlage an.

Übrigens: Die ursprünglich angedachte und von verschiedenen Anwohnern immer noch favorisierte nördliche Erweiterung des Neubaugebietes, wird es nicht geben. Zum einen, weil sich die Stadt mit einem der Eigentümer nicht über den Verkaufspreis einig geworden ist. Zum anderen, weil Kommunalaufsicht und Regierungspräsidium die östliche Lage präferieren. Und, weil laut Wengorsch die Anbindung an den Kanal in diesem Bereich einfacher ist.



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