07. August 2017, 20:04 Uhr

Vererdung spart viel Geld

07. August 2017, 20:04 Uhr
Direkt neben den Becken der Kläranlage erstreckt sich die Klärschlammvererdung. Dank Schilf und Biotechnik verliert der Schlamm hier deutlich an Volumen. Das Endprodukt kann in der Landwirtschaft als Dünger verwendet werden. (Foto: sf)

Grünberg/Mücke (sf). Sie ist umweltfreundlich und spart sogar mehr Kosten, als man beim Bau erwartete: die Klärschlammvererdungsanlage in Lumda. Nach nun acht Betriebsjahren zog Mückes Bürgermeister Matthias Weitzel eine sehr positive Bilanz. Zumal das Endprodukt auch den neuen Klärschlamm- und Düngeverordnungen entspricht und somit kein Sondermüll ist.

Vor zehn Jahren beschloss die Verbandsversammlung des Abwasserverbandes Ohm-Seenbach, den Transport des flüssigen Klärschlammes der Kläranlage Lumda zur Entwässerung nach Nieder-Ohmen einzustellen. Stattdessen sollte auf dem Gelände in Lumda eine Klärschlammvererdungsanlage gebaut werden. Gesagt, getan. Der Klärschlamm wird in der Anlage auf spezielle Beete mit Schilf gepumpt. Gänzlich ohne chemische Hilfsmittel verliert der Schlamm nun durch die Schilfpflanzen und Ökotechnik Wasser, sein Volumen reduziert sich um bis zu 95 Prozent. Der Klärschlamm durchläuft dabei eine Art Kompostierung.

Zuvor musste der Schlamm in einer Kammerfilterpresse aufgearbeitet werden. Dafür musste der Verband pro Kubikmeter verkauften Frischwassers (als Berechnungsgrundlage für das anfallende Abwasser) 1,25 Euro zahlen. Für die Klärschlammvererdung müssen hingegen nur 40 Cent pro Kubikmeter Frischwasser veranschlagt werden.

2009 ging die Anlage in Lumda in Betrieb. Da man damals schon das geplante Gewerbegebiet an der Autobahn berücksichtigte, welches noch seiner Umsetzung harrt, wird die erste Enleerung der Anlage sich von diesem Jahr auf 2022 verschieben. »Dadurch erzielen wir weitere Kosteneinsparungen«, stellte Weitzel fest.

Die bisherigen Betriebsergebnisse seien optimal, sagte der Bürgermeister. Eine Untersuchung der Klärschlämme zeige, dass bereits jetzt eine sehr gute Volumenreduzierung erreicht werde und es zu keiner nennenswerten Aufkonzentrierung der Schwermetallgehalte komme. Besonders zu erwähnen sei, dass die Erde einen sehr geringen Stickstoffanteil aufweise, sodass derzeit selbst nach Verabschiedung der neuen Düngeverordnung eine Aufbringung in der Landwirtschaft erlaubt sein werde.

Durch die Lagermöglichkeiten rechnet der Verband damit, zumindest die ersten Entleerungen landwirtschaftlich verwerten zu können. Im Gegensatz zu anderen Kommunen, die jährlich vor dem Problem der Entsorgung bei gleichzeitig erheblichen Kostensteigerungen stehen, hat der Verband die Zeit, in Ruhe weitere Verwertungsmöglichkeiten zu suchen, erklärte Weitzel.

Beflügelt durch die positive Entwicklung der Lumdaer Anlage wurde 2012 der Bau einer zweiten Vererdung in Nieder-Ohmen beschlossen. Auch hier wurden die vorhandenen Flächen optimal genutzt. Mit einer ersten Entleerung rechnet der Verband nicht vor 2023. »Wir haben uns für eine umweltfreundliche, kostengünstige und zukunftsfähige Art der Klärschlammbehandlung entschieden«, betonte Verbandsvorsteher Weitzel.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Beete
  • Düngeverordnungen
  • Endprodukt
  • Kläranlagen
  • Klärschlamm
  • Kosteneinsparungen
  • Kostensteigerungen
  • Landwirtschaft
  • Matthias Weitzel
  • Umweltfreundlichkeit
  • Jutta Schuett-Frank
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 2 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.