17. Januar 2017, 19:20 Uhr

»Vereine sind Integrierer«

Das Thema Sport und Integration, Auszeichnungen durch den Landessportbund sowie Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft standen im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der TSG Reiskirchen 1908. Dazu begrüßte Vorsitzender Martin Schäfer am Sonntagvormittag im Sportheim des Vereins viele Mitglieder sowie den Vorsitzenden des Sportkreises Gießen, Prof. Heinz Zielinski.
17. Januar 2017, 19:20 Uhr
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Aus der Redaktion
Beim Neujahrsempfang geehrte Mitglieder der TSG Reiskirchen. (Foto: la)

Das Thema Sport und Integration, Auszeichnungen durch den Landessportbund sowie Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft standen im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der TSG Reiskirchen 1908. Dazu begrüßte Vorsitzender Martin Schäfer am Sonntagvormittag im Sportheim des Vereins viele Mitglieder sowie den Vorsitzenden des Sportkreises Gießen, Prof. Heinz Zielinski.

Die Integration sei ein zentrales Thema in der Gesellschaft und den Vereinen, sagte Zielinski und verwies auf die Bedeutung des Sports im dritten Sektor, wie gemeinnützige Verbände, Vereine und Stiftungen zusammenfassend bezeichnet werden. Die Vereine seien Integrierer. Der Sport gelte als Plattform für die Integration und sei dabei stärkste Kraft. Erfreulich sei es, inzwischen Migranten als passive und auch aktive Vereinsmitglieder begrüßen zu können.

Es gelte jedoch auch Migranten für das Ehrenamt zu gewinnen, eine Aufgabe, die verstärkt angegangen werden sollte. Es habe eine große Welle der Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung gegeben, vor allem 2015 bei der Ankunft einer großen Anzahl von Flüchtlingen. Für die Vereine bedeuteten die Flüchtlinge auch eine große Chance. Im Sport sei die Sprachbarriere nicht zu hoch und man komme oft ohne Übersetzung zurecht. Nicht außer Acht gelassen werden sollte die Vermittlung von Werten und Kultur.

Integration sei nicht allein das Thema unserer Tage. Auch nach dem Kriegsende habe es eine schwierige Phase der Integration gegeben, als viele Menschen als Flüchtlinge in unser Land gekommen seien. Eine Integrationswelle sei etwa das Eintreffen von Menschen aus Italien, Griechenland oder Jugoslawien gewesen, die als Arbeitskräfte nach Deutschland gekommen seien.

Nicht nur im Sport finde Integration statt, auch die Familie, die Schule, der Arbeitsplatz und die Freizeit zählten dazu. Eine langfristige Aufgabe komme der Arbeitsplatzvermittlung und der Familienzusammenführung zu. Diese Themen würden uns noch zehn bis 20 Jahre beschäftigen. Neben dem Ehrenamt brauche man selbstverständlich auch die öffentliche Unterstützung. Auch die Vereine sollten nicht nur auf sich schauen, sondern über die Vereinsgrenzen hinaus Gemeinschaft und Dienstleistung ins Auge fassen. Für den hiesigen Raum könne man dadurch Positives bewirken. In der sich anschließenden Diskussion sprachen die Mitglieder außerdem über das Thema Drogen im Sport.

Der Landessportbund Hessen e.V. ehrte mehrere Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands der TSG Reiskirchen 1908 aus. Birgit Lindenstruth (Schriftführerin) zeichnete der Bund mit einer Ehrenurkunde aus. Die Ehrennadel in Bronze sowie eine Urkunde erhielten Heiko Haas (Vorsitzender Sport) und Martin Schäfer (Vorsitzender Verwaltung). Lothar Petri (Vorsitzender Finanzen) konnte die Ehrennadel in Gold sowie eine Urkunde aus den Händen von Zielinski in Empfang nehmen.

Der Vorsitzende des Sportkreises Gießen verwies auf die Mitgliederstärke und das stark ausgeprägte Engagement. Es gebe etwa 600 000 lizensierte Übungsleiter. 8000 Vereine in Hessen hätten über zwei Millionen Mitglieder in 54 Fachverbänden und 23 Sportkreisen. Der Etat von 32 Millionen Euro werde zu 65 Prozent aus Lottomitteln und sechzehn Prozent aus Beiträgen finanziert.

Die TSG Reiskirchen ehrte zahlreiche Mitglieder für ihre langjährige Vereinszugehörigkeit. Axel Hollnagel, Andrea Hoppen, Oskar Lambach und Andreas Schön zeichnte der Verein für ihre 25-jährige Mitgliedschaft aus. Seit vier Jahrzehnten halten Karl–Heinz Hammer, Erwin Kutscher und Ralf Dallendörfer dem Verein die Treue. Theresia Schwalb ist seit einem halben Jahrhundert Mitglied. Auf eine 60-jährige Mitgliedschaft blicken Georg Hausner und Walter Kraus zurück. Kurt Kröhl und Karl Spamer wurden vor sieben Jahrzehnten Mitglieder und dafür geehrt.



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