22. November 2018, 22:18 Uhr

Verbesserung der Arbeitsbedingungen bleibt Hauptziel

22. November 2018, 22:18 Uhr

»Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Bildungsbereich wird auf absehbare Zeit ein Hauptziel unserer gewerkschaftlichen Arbeit bleiben.« In dieser Kernaussage waren sich die Teilnehmer der Vorstandsklausurtagung des Kreisverbandes Gießen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) einig, die jetzt in Grünberg stattfand. Zu diesem Fazit kam auch die Vorsitzende der GEW Hessen, Maike Wiedwald, in ihrem Vortrag »Schulen am Abgrund? Bildungspolitik gestalten«.

Wiedwald stellte basierend auf einer wissenschaftlichen Studie dar, dass Unterricht den größten Teil der Arbeitszeit einer Lehrkraft in Anspruch nimmt, andere Tätigkeiten wie zum Beispiel Prüfungen, Gutachten, Beratungstätigkeit und Konferenzen jedoch als wesentlich belastender empfunden werden.

Der Schlüssel zu einer spürbaren Entlastung könne deshalb nur die Verringerung der Pflichtstundenzahl und der Klassengrößen sein, da die belastenden Tätigkeiten unmittelbar damit zusammenhängen, wie viele Schüler man unterrichten muss, heißt es in der Pressemitteilung des Kreisverbandes. Guter Unterricht hänge entscheidend davon ab, wie viel Zeit sich die Lehrkraft für einzelne Schüler nehmen kann.

Im Rahmen der Diskussion des Vortrags von Maike Wiedwald kam auch die Reaktion des Hessischen Kultusministeriums auf den Protestbrief der Personalräte von 37 Sekundarstufenschulen aus dem Bereich des Staatlichen Schulamtes Gießen-Vogelsberg zur Sprache, den sie im Namen ihrer Kollegien an das Ministerium gerichtet hatten.

Ein Sprecher des Kultusministeriums hatte den Veröffentlichungszeitpunkt vor der Landtagswahl als »grobes Foulspiel der GEW« bezeichnet und gesagt, dass es nur darum gehe, »Stimmung zu machen«. Die Tagungsteilnehmer waren sich darüber einig, dass solche Aussagen, die man in der lokalen Presse lesen konnte, bei den Lehrkräften, die auf ihre schwierigen Arbeitsbedingungen hinweisen wollen, nur Frust und Resignation hervorrufen können.

Von der nächsten Landesregierung erwarten und fordern die Gewerkschaftsmitglieder, »dass sie auf die Personalvertretungen zugeht und mit ihnen konstruktive Gespräche führt«.

»Nur ein veränderter Politikstil gegenüber Landesbeamten und Arbeitnehmern sowie deren Vertretungen kann verloren gegangenes Vertrauen wiederherstellen«, erklärten Nina Heidt-Sommer und Otto Martin, die beiden Vorsitzenden des GEW-Kreisverbandes in Gießen.

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