13. November 2017, 20:26 Uhr

Verantwortung für das Gleichgewicht

13. November 2017, 20:26 Uhr
Das Parforcecorps Hoher Vogelsberg bei seinem Vortrag in Reiskirchen. (Foto: la)

Der Erhalt und die Pflege der Schöpfung mit allen Kreaturen stand im Mittelpunkt der Hubertusmesse am Sonntagnachmittag in der evangelischen Kirche in Reiskirchen, zu der Pfarrer Bert Schaaf neben den zahlreichen Gottesdienstbesuchern auch die Jagdhornbläser der Jägervereinigung Oberhessen (Leitung Ulrich Deneke), die Mitglieder des Parforcecorps Hoher Vogelsberg (Leitung Karl Momberger) und den Kirchenchor Reiskirchen (Leitung Matthias Schulze) begrüßte.

Pfarrer Bert Schaaf ging auf die Hubertus-Legende ein, wonach Hubertus im Jahr 656 als Adliger geboren wurde und später Bischof von Maastrich und Lüttich war. Gestorben 727, wurde er im Jahr 743 heiliggesprochen, wovon sich auch der Hubertustag ableitet. Im Mittelalter wurde die Hubertus-Legende überliefert. Danach wurde der Heilige auf der Jagd vom Anblick eines prächtigen Hirsches mit einem Kreuz zwischen den Sprossen des Geweihs bekehrt. Er lässt ab von der Jagd und wird später als Schutzpatron der Jagd angesehen. Hubertus lebt danach als Einsiedler in den Ardennen und tut viel Gutes.

In der Hubertuslegende gehe es nicht um ein Verbot der Jagd. Nur eine Maßlosigkeit könne nicht geduldet werden. Schaaf erinnerte daran, dass Kormorane vor Jahren geschützt waren. Das habe jedoch dazu geführt, dass die Äschen ausgerottet wurden, ein Nahrungsmittel der Kormorane. Ähnliches gelte auch für Wölfe und Waschbären. Gott habe dem Menschen die Verantwortung über alle Lebewesen gegeben und damit auch dem Menschen eine Vorrangstellung zugewiesen. Der Schutz gelte auch den Insekten und den zahlreichen Mikrowesen.

Mit der Nutzung sei auch die Verantwortung für das Gleichgewicht in der Schöpfung verbunden. Hubertus hätte zu seiner Zeit mit Pfeil, Bogen und Lanze nicht jedes Tier erlegen können. Heute seien die Möglichkeiten und Mittel wesentlich größer geworden. Dadurch sei auch die Verantwortung größer und weitreichender geworden, wobei nicht alles, was möglich sei auch ausgeschöpft werden dürfe.

Durch Hege und Waidgerechtigkeit sei auch ein Ehrenkodex entstanden. Der Mensch habe dem Schöpfer zu danken für das große Vertrauen Gottes in den Menschen. »Großer Gott, wir loben dich« und »Nun dankte alle Gott« sangen die Gottesdienstbesucher als Dank für den Auftrag der Schöpfungsbewahrung. Der Kirchenchor sang das »Vaterunser«. Mit dem »Hubertusmarsch«, Amazing Grace« (Parforcecorps) und der »Hegewaldfanfare« (Jagdhornbläser) klang der Gottesdienst aus. Die Gottesdienstbesucher dankten mit lang anhaltendem Applaus für die hervorragende Hubertusmesse.

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