22. Juni 2018, 13:00 Uhr

Unwetter

Unwetter in Biebertal hat jungem Paar alles genommen

Das schlimme Unwetter Ende Mai hat ein junges Paar in Biebertal schwer getroffen. Sie haben fast ihr ganzes Hab und Gut verloren.
22. Juni 2018, 13:00 Uhr
Jens Müller und Theresa Diehl mit ihrem Hund »Georgy« sind froh, dass die Gemeinde ihnen eine Notunterkunft zur Verfügung gestellt hat. (Foto: ür)

Den 29. Mai 2018 werden Theresa Diehl (27) und Jens Müller (33) so schnell nicht vergessen. Ein Unwetter ging in Gießen, Wettenberg und Biebertal nieder. Beide waren nicht zu Hause.

Durch einen Anruf der Vermieterin erfuhr Diehl an ihrem Arbeitsplatz in Marburg von der Katastrophe, die ihre Wohnung im Kellergeschoss eines Acht-Parteien-Hauses in der Karlstraße in Rodheim heimgesucht hatte.

Ihr erster Anruf galt ihrem Freund Jens Müller. Er fuhr an diesem Dienstagnachmittag sofort nach Hause und traute seinen Augen kaum.

 

Abwasser in die Wohnung gespült

 

Das Kanalsystem hatte die Wassermassen des Unwetters nicht aufnehmen können. Es kam zum Kanalbruch. Ein Rohr in der Erde endete mit einer Öffnung vor ihrer Terrassentür und spülte das Abwasser in die Wohnung.

Über einen halben Meter tief standen alle Zimmer im Dreckwasser.

Müllers erste Sorge galt dem fünf Monate alten Hund Georgy, einer Old Englisch Bulldogge. Der Hund war als einziger in der Wohnung, als die Wassermassen alles überspülten.

Nachbarn berichteten, dass der Hund herausgeschwommen kam. Sie haben sich des Tieres angenommen und auch dem obdachlos gewordenen Paar für die erste Nacht eine Bleibe geboten.

Am nächsten Tag haben Diehl und Müller das Ausmaß der Katastrophe in Augenschein genommen und die Wohnung leer geräumt. Nur wenig konnten sie retten. Das Paar schätzt den Schaden auf 15 000 bis 20 000 Euro. Eine Elementarschadenversicherung hatten sie nicht abgeschlossen.

 

Zimmer in der Notunterkunft

 

Bürgermeisterin Patricia Ortmann war noch am Abend des Wasserschadens an den Ort der Katastrophe gekommen und hat dem Paar umfassende Hilfe angeboten.

Sie sorgte dafür, dass die beiden zunächst in einem Hotel unterkamen. Zudem hat sie die Notunterkunft der Gemeinde in der Mehrzweckhalle in Königsberg für das Paar herrichten lassen. Hier haben die beiden nun zwei Zimmer. Müllers Sohn wohnt bei der Mutter, hat aber auch einen provisorischen Raum in der Notunterkunft.

 

Dankbar für die Hilfsbereitschaft

 

»Wir haben nahezu alles verloren«, resümiert das Paar. Zwei Notebooks, die Pokemon-Karten von Diego, die Fotoalben. Das seien nicht nur Sachwerte sondern an etlichem hingen Erinnerungen.

Die beiden sind dankbar für die Hilfsbereitschaft. Familie, Nachbarn, die Arbeitskollegen haben spontan ihre Unterstützung zugesagt. Die Gemeinde Biebertal richtete ein Spendenkonto ein.

Noch bis Ende Juli werden Diehl und Müller mit ihrem Hund und gelegentlich mit Sohn Diego in der Notunterkunft bleiben müssen.

Die gute Nachricht: Sie haben in Rodheim eine schöne neue Wohnung gefunden. Noch ist offen, wie sie die verloren gegangenen Möbel ersetzen können.

Die Daten des Spendenkontos können bei der Gemeinde Biebertal erfragt werden.

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