18. Februar 2019, 21:38 Uhr

Kreisversammlung der Grünen

Ungewöhnliches Vorstandsmodell bleibt

18. Februar 2019, 21:38 Uhr

Der Kreisverband Gießen der Bündnisgrünen ist nach den jüngsten Wahlerfolgen der Partei natürlich stolz, vergisst im Aufwärtstrend dennoch seine basisdemokratischen Wurzeln nicht. Und: Die grüne Euphorie macht sich auch bei der Mitgliederzahl im Kreisverband bemerkbar: 41 kamen neu hinzu, sodass aktuell 308 Personen das grüne Parteibuch haben. Gut besucht war jetzt auch die Mitgliederversammlung im Bürgerhaus in Wißmar.

Den Kreisverband leitet ein achtköpfiger Vorstand: Alexander Wright, Bernd Voigt, Dr. Christiane Schmahl, Christian Zuckermann, Gerda Weigel-Greilich, Isabell Dern, Martin Tasci-Lempe und Katrin Schleenbecker, die seit der Landtagswahl im hessischen Landtag sitzt. Sie haben sich auf eine intern abgesprochene Aufgabenteilung verständigt. Ob diese Vorstandsarbeit sinnvoll ist, darüber wurde in der Versammlung ausgiebig diskutiert.

Versammlungsleiter Wright erläuterte, das aktuelle Modell habe unter den 26 grünen Kreisverbänden eine Ausnahmestellung und sei nicht effizient. Man benötige eine bessere Organisationsstruktur – dazu sei eine Satzungsänderung notwendig. Er schlug einen geschäftsführenden Vorstand mit zwei Sprechern und einem Schatzmeister vor. Dieser vertritt den Kreisverband nach außen. Vier Beisitzer sollten das Trio unterstützen. Jedem Beisitzer könne eine besondere Funktion zugeordnet werden.

Christiane Schmahl vertrat die Gegenmeinung. Grüne Basisdemokratie in den Vorständen sollte wenigstens auf Kreisebene erhalten bleiben. Die Versammlung diskutierte ausgiebig, der Antrag erhielt deutlichen Gegenwind, sodass ihn Wright schlussendlich zurück zog.

Überraschungsgast aus Brüssel

Eine flammende Rede auf Europa hielt Hans Christoph Boppel, von 1989 bis 1993 Dezernent beim Landkreis Gießen und jetzt in der nordrhein-westfälischen Landesvertretung in Brüssel tätig. Der grüne Politiker weilte für zwei Tage in Gießen. Studenten der Gießener Universität, die eine Dokumentation über die Geschichte des US-Depots in den 80er Jahren drehen, hätten ihn eingeladen. Ein Filmteam war auch im Bürgerhaus anwesend. Das europäische Parlament funktioniere »wie bei uns die Ministerpräsidentenkonferenz«. Das sei »längst noch keine Demokratie«, sagte der Gast. Er vertrat die Ansicht, der verbindende Geist »Nie mehr Krieg« als Antriebsfeder der EU neben der Wirtschaftsgemeinschaft »verbrauche sich«. Boppel betonte den grünen Beitrag gegen nationale Egoismen. In Brüssel gebe es eine hessische Landesvertretung, sie sei von Gießen aus schneller zu erreichen als Berlin. Eine rege Diskussion über Europa schloss sich an.

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