24. Februar 2019, 13:05 Uhr

Freibad Buseck

Umzug des Busecker Freibads ans Hallenbad vom Tisch

Frank Müller (CDU) wollte prüfen lassen, ob es alternative Standorte für das geschlossene Busecker Freibad geben könnte. Damit stieß er selbst bei Parteigenossen auf Skepsis.
24. Februar 2019, 13:05 Uhr
Trist: Das Freibad auf der Wieseckinsel ist seit Jahren geschlossen. (Archivfoto: rüg)

Das Freibad auf der Wieseckinsel in Großen-Buseck könnte schon bald wieder reaktiviert werden. Das ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie, die in der vergangenen Woche die Mitglieder der Busecker Gemeindegremien beschäftigte. In der bestehenden Studie wird davon ausgegangen, dass die Sanierung und Attraktivierung des bestehenden Bades mit rund 1,585 Millionen Euro Nettokosten für ein übliches Chlorbad einhergehen würde. Insbesondere durch das Abrufen von Fördermitteln aus dem Projekt Stadtumbau und durch Mittel aus der Hessenkasse könnte sich jetzt die Möglichkeit bieten, die Sanierung umzusetzen.

Doch gibt es innerhalb der Gemeindevertretung auch Kritik an der Studie: Frank Müller, Fraktionsvorsitzender der CDU, stellte den Antrag, eine erweiterte Studie auszuarbeiten. Zuvor wurde der Antrag bereits im Bau-, Landwirtschafts-, Energie-, Umwelt- und Verkehrsausschuss sowie dem Haupt- und Finanzausschuss intensiv diskutiert (die Gießener Allgemeine Zeitung berichtete). »Man sollte den Antrag nicht falsch verstehen: Wir freuen uns, das wir überhaupt die Chance bekommen, das Freibad wieder zu eröffnen«, erklärte Müller. »Aber wenn wir ein Schwimmbad bauen, dann sollten wir es auch für die Zukunft bauen.«

 

Becken des Freibad verlängern?

 

Insbesondere sollten auch die Kosten für einen Neubau eines Freibads im Bereich des Hallenbads an der Gesamtschule Busecker Tal inklusive Kosten über 30 Jahre berechnet werden, fand Müller. »Wir sollten keine Restauration eines Oldtimers durchführen, der dann keine Straßenzulassung mehr bekommt.« Unter anderem sollte geprüft werden, das Schwimmbecken auf 25 Meter Länge zu vergrößern und eine Kommission einzusetzen, die für eine Entscheidungsgrundlage sorgen sollte.

 

Haas: Idee zweieinhalb Jahre zu spät

 

»Diesen Vortrag hätte ich mir vor zweieinhalb Jahren gewünscht«, sagte Bürgermeister Dirk Haas zu den Ausführungen Müllers. »Der Standort wurde damals geklärt und mit vielen Zuschüssen und einem durchdachten und tragfähigen Betreiberkonzept sollte das Freibad wieder eröffnet werden.« Das hätte man nun endlich vorliegen. Zwar hat der Hallenbadverein noch keinen abschließenden Entschluss gefasst, aber bereits eine Absichtserklärung abgeben, auch die Führung des Freibades zu übernehmen. Wie im Hallenbad wäre der Eintritt in die Badeanlage dann für Mitglieder möglich, auch die Option einer Saison-Mitgliedschaft soll erwogen werden.

Auch von der SPD kam einiges an Kritik zu dem Antrag: »Wir tragen hier ja keine sportlichen Wettkämpfe aus, wo bestimmte Vorgaben erfüllt werden müssen«, führte Fraktionsvorsitzender Willy Jost aus. »Wir müssen jetzt keine weiteren Machbarkeitsstudien für viel Geld machen.« Die Einrichtung einer Kommission würde nur für weitere Zeitverzögerungen sorgen.

 

CDU glaubt nicht an Erkenntnisgewinn

 

Die Freien Wähler konnten sich dem Antrag in einem Punkt anschließen: Der Einrichtung einer Kommission, die sich weitergehend mit dem Thema beschäftigen solle. Doch bis der Antrag entsprechend formuliert war, verging noch einige Zeit und eine Sitzungsunterbrechung musste einberufen werden. Nach Fertigstellung kam Kritik an der Planung jedoch ausgerechnet von der CDU: »Wenn ihr glaub, dass wir nach den Ergebnissen der Kommission schlauer sind – das wird nicht der Fall sein«, sagte Eckhard Neumann, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender. Zuvor hatte er bereits erklärt, sich bei der Abstimmung zu enthalten. »Ich finde, dass wir da jetzt auf einem guten Weg sind.«

 

Nur eine Stimme für Antrag

 

Bei der abschließenden Abstimmung der Gemeindevertreter schlug dem Antrag in allen Punkten vor allem Ablehnung entgegen: Die Prüfung und Zusammenstellung der Kosten wurde mit einer Ja-Stimme von Frank Müller sowie 17 Gegenstimmen von den SPD, FW und Grünen-Fraktionen sowie neun Enthaltungen (CDU und FW) abgelehnt. Auch im zweiten Teil des Antrags, der Erstellung eines Raum- und Flächenkonzepts verlief das Ergebnis ähnlich: ein Ja-Stimme stand 18 Gegenstimmen und acht Enthaltungen gegenüber. Was die Einrichtung einer Kommission gab es letztlich mehr Zustimmung, aber längst nicht Genug: Den zwölf Ja-Stimmen von CDU und FW, standen 14 Gegenstimmen sowie eine Enthaltung gegenüber. Damit kann nun weiter verfahren werden wie bisher – zur nächsten Sitzungsrunde will Bürgermeister Haas über die ersten Pläne und Kosten für die Sanierung des Freibades auf der Wieseckinsel sowie die Unterhaltungskosten berichten.

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