Dr. Ulf Häbel, Pfarrer in Ruhestand, feierte gestern seinen 75. Geburtstag. Geboren in Siebenschläfer in Posen, ist er mittlerweile längst ein echter Freienseener geworden.

1945 musste er mit der Familie flüchten, sein Vater war bereits im Krieg gefallen. Häbel wuchs in Ebersbach im Lahn-Dill-Kreis auf – was er sein Heimatdorf nennt. Als Flüchtlingskind, erinnert er sich, hat er bei den Bauern auf dem Feld gearbeitet, um sich eine Mahlzeit zu verdienen und die Mutter zu unterstützen. Dort lernte er auch die Bodenständigkeit und das Verlassen auf Nachbarn kennen. Während seiner Jugendzeit war er oft mit Kindern und für Kinder unterwegs: Er organisierte Kinderzeltlager, arbeitete in der Kinderkirche mit, war Jungscharleiter. Und er machte Kunstturnen.

Aus seinen Interessen heraus entschied er sich, Theologie zu studieren. Stationen waren Marburg und Mainz. Dann zog es ihn nach Berlin zu der 68er-Bewegung, bevor er sein Studium wieder in Marburg vollendete. Zeit seines Lebens zog es ihn zu den Menschen. Er wollte ein »Pfarrer sein, der unter seiner Gemeinde lebt und deren Sorgen und Nöte kennt«, sagt er.

1970 heiratete er seine Frau Irmgard und bekam in Schwalbach Limesstadt seine erste Stelle, zwei Kinder wurden geboren. Seine zweite Pfarrstelle bezog er dann in Karlbach und Orleshausen. Dort baute er mit der Bevölkerung eine Kirche und gründete ein Damenfußballmannschaft. Mittlerweile war die Familie auf fünf Kinder angewachsen. Häbel spürte, dass er ein Dorf- und kein Stadtmensch war.

Pfarrer und Landwirt

1990 kam er dann mit seiner Familie nach Freienseen. Die halbe Pfarrstelle ermöglichte es ihm, einen weiteren Traum zu verwirklichen: Selbstversorger. Und er engagierte sich für sein neues Dorf, setzte sich dafür ein, die Dorfschule zurückzuholen und einen Waldkindergarten zu installieren. 2012 nahm dann die Vision der Dorfschmiede Gestalt an. Da war Häbel bereits seit fünf Jahren im Ruhestand. Noch zweieinhalb Jahre blieb er ehrenamtlicher Pfarrer, bis seine Nachfolgerin Susanne Metzger-Liedtke die Pfarrstelle antrat.

Noch immer ist er in Gremien und Weiterbildungen tätig. Man hört ihn auch im Rundfunk beim »Zuspruch am Morgen« oder der »Evangelischen Morgenfeier«. In 2012 kam er als Stadtverordneter in die Kommunalpolitik. Zu seinem 75. Geburtstag gratulieren ihm viele Freunde und Wegbegleiter sowie sechs Kinder und fünf Enkelkinder. (Foto: sf)

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