25. Februar 2019, 13:00 Uhr

Traumstern

Traumstern: Kommt der zweite Saal fürs Licher Kino?

Die Genossenschaft des Kino Traumstern Lich wünscht sich einen zweiten Kinosaal. Sorgen bereitet derweil die Gastronomie, denn seit dem Neubau des »Statt Gießen« blieb kein Pächter lange.
25. Februar 2019, 13:00 Uhr
Vorstand und Aufsichtsrat der Kulturgenossenschaft Lich ziehen fünf Jahre nach der Gründung Bilanz: (v.l.) Sabine Wagner, Ulrich Witzmann.Michael Pieck mit Enkelin Lilly, Ulla Limberger.

272 Mitglieder, eine Kinokneipe mit tiptop renovierter Küche, die auch größere Caterings ermöglicht, und ein Mietkauf-Vertrag mit der Stadt, der zu knapp 20 Prozent abbezahlt ist: Fünf Jahre nach ihrer Gründung kann die Kulturgenossenschaft Lich auf der Haben-Seite einiges vorweisen. Aber die Wunschliste des Vorstands ist noch lang. Wichtigste Punkte: mehr Mitglieder, die sich aktiv in die Arbeit einbringen, ein neuer Pächter für die Kinokneipe und perspektivisch ein zweiter multifunktionaler Kinosaal.

 

Gesucht: Profi aus der Gastronomie

2014 war die Kulturgenossenschaft mit 215 Mitgliedern angetreten, um die vielfältigen Aktivitäten rund um das Kino Traumstern und die angrenzende Kneipe dauerhaft zu sichern. Der Erwerb der Immobilie, die zuvor der Bitburger Braugruppe gehörte, gemeinsam mit der Stadt war ein erster Meilenstein. Dieser laut Vorstand »wunderbare Deal« hat weitere Schritte möglich gemacht Investiert wurde nicht zuletzt in die Modernisierung der Gaststätte mit dem schönen Namen »Statt Gießen«, denn die ist ein wichtiger Baustein des Finanzierungskonzepts. »Die Verpachtung von Kino, Kneipe und Hinterhaus ist unsere Einnahmequelle«, erläutert Vorstandsmitglied Dr. Ulrich Witzmann. In den vergangenen zwei Jahren allerdings hat die Kulturgenossenschaft das »Statt Gießen« selbst bewirschaftet. »Da steckt viel ehrenamtliches Engagement drin«, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Michael Pieck.

Geschäftsführerin der Gastronomie ist Sabine Wagner, die auch zum Vorstand der Genossenschaft gehört. Mit der Entwicklung ist sie zufrieden. »Wir haben Stabilität im Kneipenbetrieb erreicht«, sagt sie. Das Publikum sei erfreulich vielfältig, gleiches gelte für das Kulturprogramm mit Ausstellungen, Konzerten, Lesungen oder Disco. Doch nun steht eine Veränderung an. Wagner will sich beruflich neu orientieren und ihre halbe Stelle als Geschäftsführerin aufgeben. Deshalb sucht die Genossenschaft einen Pächter. »Einen Profi aus der Gastronomie«, wie Ulrich Witzmann betont. Das sei die Voraussetzung. Ansonsten sei man für Vorschläge und Konzepte offen.

 

Acht Leute machen Hauptarbeit

Auch Vorstand und Aufsichtsrat brauchen Leute, die die Ärmel hochkrempeln. Die 272 Mitglieder unterstützen die Genossenschaft zwar finanziell. Aber anpacken tun die wenigsten. »Die Arbeit wird von acht Leuten gemacht«, sagt Vorstandsfrau Ulla Limberger. Das soll sich dringend ändern. Wenn in der Mitgliederversammlung im Mai Vorstand und Aufsichtsrat neu gewählt werden, treten die bisherigen Verantwortlichen zwar alle wieder an. Sie wünschen sich aber eine Erweiterung beider Gremien. »Wir brauchen dringend neue, jüngere Leute«, sagt Ulrich Witzmann und Ulla Limberger versichert: »Wir sind offen für neue Impulse.« So sei beispielsweise in Sachen Öffentlichkeitsarbeit, Social Media und Sponsorenwerbung viel Luft nach oben.

 

Verleiher wünschen zweiten Saal

Weitere Mitstreiter werden auch gesucht, um die Vision von einem zweiten, multifunktionalen Theater- und Kinosaal zu verwirklichen. Dieser Wunsch hat einen handfesten Hintergrund, nämlich die Geschäftspolitik der Filmverleiher. Die verlangen, dass ein Film, der neu herauskommt, über einen längeren Zeitraum gespielt wird. Kinos, die wie das Traumstern nur über einen einzigen Saal verfügen und das Programm häufig wechseln, geraten da ins Hintertreffen. »Ein zweiter Saal wäre für das Kino sehr wichtig«, unterstricht Witzmann. Aber die Genossenschaft kann ihn nicht aus eigener Kraft finanzieren. Ziel ist deswegen die Gründung einer Projektgruppe, die sich intensiv mit der Akquise von Fördergeldern beschäftigt.

Erfreulich finden die Initiatoren, dass ihr Beispiel Schule macht. »Wir waren eine der ersten Kulturgenossenschaften«, berichtet Ulla Limberger. Jetzt werden es immer mehr. Ganz in der Nähe, in Lollar, ist eine geplant. Aber die Licher bekommen auch Besuch aus weiter entfernten Regionen. Neulich, so erzählen sie, kamen gleich fünf Leute aus Rotenburg an der Wümme angedüst. Die Niedersachsen wollten wissen, wie man das so macht: eine Kulturgenossenschaft gründen.

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