15. Februar 2019, 07:55 Uhr

Trampolinpark

Trampolinpark Linden: Anwohner genervt von Bässen und Verkehrschaos

Der Ansturm auf den in Linden eröffneten Trampolinpark ist groß. Anwohner beklagen Verkehrschaos und Lärm. Der Betreiber erklärt: »Wir sind kein Häkelclub.«
15. Februar 2019, 07:55 Uhr
Stefan_Schaal
Von Stefan Schaal
An Wochenenden ist der Andrang im neu eröffneten Trampolinpark in Linden groß. Vor allem in den ersten Wochen verursachte der Ansturm ein Verkehrs- und Parkplatzchaos. (Foto: srs)

Annette Post-Richter steht in ihrer Küche und schnauft. »An Wochenenden herrscht hier ein Verkehrschaos«, sagt die Lindenerin, während sie durch ihr Küchenfenster in Richtung des Trampolinparks blickt. Im Dezember hat die Halle eröffnet, angesichts des großen Besucherandrangs liegen bei mehreren Anwohnern inzwischen die Nerven blank. Sie beschweren sich über gefährliche Situationen auf schmalen Wegen und über Lärm.

Das ist eine Belastung für den Körper

Claudia Teichner, Anwohnerin

Freitagabends dringen wummernde Bässe aus der Trampolinhalle in der Theodor-Heuss-Straße, drei Stunden lang hüpfen die Besucher zu lauter Musik. »Darauf kann man sich einmal in der Woche einstellen«, betont Claudia Teichner, Nachbarin des Trampolinparks. Mehrere Unternehmen wie beispielsweise ein Schreiner seien in dem Gebiet ansässig, man erwarte daher keine Stille. »Aber die wummernden Bässe aus der Trampolinhalle sind immer wieder plötzlich und auch samstags und sonntags zu hören. Über Stunden.« Teichner fügt hinzu: »Das ist eine Belastung für den Körper.«

 

Navis verursachen Verkehrschaos

Daniel Wüstkamp, Betreiber des Trampolinparks, räumt ein: Man habe unterschätzt, dass man die Halle in einem Gebiet eröffnet hat, in dem neben Industrie und Gewerbe auch Wohnungen ansässig sind. Wüstkamp sagt: »Es kann passieren, dass sich Besucher auch mal wünschen: Dreht die Musik richtig auf.« Man sei eben dazu da, die Gäste zu unterhalten und zu animieren. »Ein Trampolinpark ist kein Häkelkurs.« Man sei mit den Anwohnern im Gespräch, ergänzt Wüstkamp.

In den ersten Wochen nach Eröffnung des Trampolinparks herrschte ein großes Verkehrschaos. Einige Anwohner gelangten wegen parkender Autos nicht auf ihre Grundstücke. Ursache für das Chaos sind neben dem Besucheransturm vor allem Navigationsgeräte, die Gäste des Trampolinparks durch den schmalen Feldshannese Weg vorbei an Kleingärten führen, der allerdings eine Sackgasse ist und an zwei Pollern endet. Besucher des Trampolinparks sollten wissen: Eine Zufahrt ist ausschließlich über den Kreisel Stadtzentrum und die Kurt-Schumacher-Straße möglich.

Die Anwohnerin Post-Richter zeigt Videos und Fotos, wie zahlreiche Autos durch den Weg brettern und an den Pollern wieder umdrehen, während Spaziergänger mit Rollatoren ängstlich an der Seite stehen. »Für viele Menschen wie zum Beispiel Bewohner des benachbarten Seniorenzentrums  ist dieser Weg ein beliebter Spazierpfad.« Der Trampolinpark drohe, dieses Refugium »wie eine Axt« zu zerstören.

 

Wieder Chaos in den nächsten Schulferien?

Die Stadt hat mittlerweile ein Schild aufgestellt, das den Weg nur für Anlieger freigibt. Weitere Schilder sind geplant, um Besucher des Trampolinparks zur Halle zu lotsen. Am vorletzten Wochenende habe man den Verkehr in dem Weg gemessen, sagt Bürgermeister Jörg König. »Es waren 54 Autos von Freitag- bis Montagmorgen.« Die Zahl macht deutlich, dass sich das Verkehrsproblem in den vergangenen Wochen reduziert hat. Der Betreiber der Trampolinhalle hat zudem mehr Parkplätze auf einem Nachbargrundstück geschaffen, ein Mitarbeiter kümmert sich um die Einweisung der Fahrzeuge.

Man habe nichts gegen den Trampolinpark, betont Anwohnerin Teichner. Man stelle sich auf keinen Fall quer gegen die Halle und sei bereit, sich zu arrangieren, hält sie stellvertretend für die Anwohner fest. Trotz der Beschilderung fahren Autos weiter in die Sackgasse, beobachtet Post-Richter. Der Andrang dürfte wieder stark ansteigen, wenn die nächsten Schulferien beginnen. Dann ist erneut ein Verkehrschaos zu befürchten.

Info

Weitere Attraktion ab März

Die Betreiber des Trampolinparks und Anwohner stehen in Kontakt und haben sich zu Gesprächen getroffen. Gleichzeitig könnte der Andrang auf die Trampolinhalle weiter zunehmen. Im März ist auf dem Gelände die Eröffnung eine 4-D-Schwarzlicht-Minigolfanlage geplant. Die Besucher setzen eine 3-D-Brille auf, dass sich vor ihnen der Blick auf Unterwasserwelten und Landschaften mit Dinosauriern öffnet, gleichzeitig werden neben einer Geräuschkulisse auch passende Gerüche verströmt.



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