17. Februar 2019, 19:26 Uhr

Tosender Beifall für den Protokoller

17. Februar 2019, 19:26 Uhr
»Geld oder Liebe« – so lautet das Motto der »Crazy People«. (Fotos: m)

Es wurde gesungen, geschunkelt, Rad gefahren, an der Stange getanzt.. Vor allem aber wurden neue Sterne geboren, ganze Milchstraßen sogar, wie Philipp Nickel feststellte und er selber war Teil des Sternenhaufens: Was die meisten aller Faschingsvereine nicht haben, die Krofdorf-Gleiberger Fastnachtsfreunde (KFF) haben ihn wieder: einen Protokoller. Sitzungspräsi Nickel beherrscht dieses anspruchsvolle Handwerk, die Kunst des politischen Büttenbeitrags und erntete dafür tosenden Beifall, Anerkennung und Wertschätzung. »Den Kurs kann man bestimmen, aber nicht den Wind«, war einer seiner pointierten Sätze. Wie wahr.

Das Narrenschiff der KFF hielt er auch außerhalb des Protokolls auf Kurs und das über fünf Stunden. So lange brauchte es für ein abwechslungsreiches und hochwertiges Programm aus 25 Beiträgen. Und blickt man nochmal auf die Geburt von Sternen: Da kann manch einer schneller zu Ruhm gelangen, als ihm lieb ist. Paul Kauer sollte eigentlich nur Lena Hohler ersetzten, jenen weiblichen Teil des Zwiegesprächs mit Karl Niklas Baumann – die junge Dame war nämlich im Ski-Urlaub. Mit verstellt hoher Stimme vertrat er das weibliche Geschlecht in der Schöpfungsgeschichte hervorragend und strapazierte die Lachmuskeln der gut 500 Närrinnen und Narrhallesen. Echte Überraschungen gabs noch mehr, auch welche, die speziell für das Prinzenpaar bestimmt waren: Julius I. und Saskia II. frönen im bürgerlichen Leben in ihrer Freizeit der Kunst des Radfahrens. »Joa mier saij mem Radl doa« – die kunstradfahrenden Damen des RSV »Teutonia« begeisterten mit ihrem 6er-Reigen. Den sportlichen Part der Prunksitzung ergänzte zudem die Turnjugend des TSV, mit Ingo Drescher und Finja Rolshausen mit ihrem atemberaubenden Pole-Dance.



Das gesprochene Wort, schlechthin der Wortwitz, von geschliffen-scharf bis derb-rustikal, dafür waren, neben dem Protokoller, die »Scherzkekse« zuständig. Sie glossierten so manch lokale Auffälligkeit und Unerklärbarkeit, wie beispielsweise die ins uferlose zu steigen scheinenden Preise bei den Golden Oldies.

Anke & Anke (Schleenbecker-Baumann und Kauer) berichteten in »Kroffdicher Platt« von ihren Erlebnissen als Landeier beim Karneval in Rio und der neuen Religion der Thermomixanhänger, jenem Küchengerät, »das teurer ist wie eine Eigentumswohnung in Wißmar«.

Aus dem kleinen Nachbarbergdorf Vetzberg bespaßte Jens Prinz das Publikum. Viele schmissige Tänze gab’s zu stimmungsvoller Musik, und neben den Eigengewächsen wie der Prinzengarde, den Dance Kids, der Midi- und der Jugendgarde und den Crazy People, überzeugte sogar der 11er-Rat mit einer Showtanzeinlage. Launsbach und Ruttershausen hatten ebenfalls in Gardetanzformat ihre Geschenke mitgebracht. Man stelle sich vor, sie hätten alle »Nein« gesagt; es wäre eine traurige Veranstaltung geworden.

»Warum hast Du nicht nein gesagt«, war nur einer der Stimmungsschlager, mit denen die Harmonika-Junioren dem Saal einheizten. So richtig zum Kochen brachten dann die »GOW-Jungs« (Gruppe ohne Weibsleut) das Narrenhaus mit Stimmungshits zum Mitsingen und auf den Tischen tanzen. Vor dem großen Finale mit den Stimmen von Gundy Grygar und Hans Gerlach war noch das KFF-Männerballett zusehen mit »Ein Bayer im wilden Westen«.

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