26. Mai 2017, 22:58 Uhr

Toleranz, Weltoffenheit und Respekt

26. Mai 2017, 22:58 Uhr
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Von Constantin Hoppe
Denissieux

Durch den Brexit sind die Menschen in ganz Europa aufgerüttelt worden – aber die jüngsten Wahlergebnisse, beispielsweise in Frankreich, wecken auch Hoffnungen. Umso größer ist die Bedeutung selbst kleinster Zeichen für den europäischen Zusammenhalt. Dazu muss auch die Europawoche in Hungen gezählt werden, die in diesem Jahr bereits zum 26. Mal Europa in die kleine Stadt in Mittelhessen holt. Im 60. Jubiläumsjahr der römischen Verträge und damit der Geburtsstunde der EU.

»Wer in den vergangenen Monaten des Öfteren morgens die Tageszeitung aufgeschlagen hat, konnte feststellen, dass die Idee um das europäische Verständnis fast täglich aufs Neue diskutiert und auch in Frage gestellt wird«. Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Rainer Wengorsch am Freitag die Europawoche in der Aula der Gesamtschule Hungen. »Toleranz, Weltoffenheit und Respekt gegenüber anderen Kulturen sollten gerade in der heutigen Zeit Werte sein, die für ein menschliches Miteinander eingesetzt werden können«.

Auch Staatsminister Helge Braun hob die Bedeutung Europas hervor, erinnerte aber auch daran, dass in Zukunft Veränderungen anstehen: »Wer glaubt, das Europa in zwei Jahren noch genauso aussehen wird wie heute, der liegt falsch«, sagte Braun. Alleine der Brexit zeigt, dass man sorgsam mit den Besonderheiten der jeweiligen Mitgliedsstaaten umgehen muss: »Das ist jetzt die Chance, Europa noch enger zueinander zu bringen und die Zukunft zu gestalten«.

»Es ist für uns eine Freude, eine Hymne auf die Bruderschaft zwischen unseren beiden Städten anzustimmen«, sagte Francois Denissieux, erster Stadtrat aus der Partnerstadt Saint-Bonnet de Mure. Seit 29 Jahren pflege man die Freundschaft zwischen der französischen Stadt und Hungen. »Wir bringen unsere jungen Menschen zusammen und profitieren von den kulturellen Unterschieden.« Er forderte ebenfalls dazu auf, gemeinsam für ein Europa der Gleichheit und Freiheit, aber gegen den Hass einzutreten.

Belgien, so lautet der Name des diesjährigen Gastlandes während der kommenden Woche in Hungen. Und damit hat man sich wohl eines der europäischsten aller Länder ausgesucht, tagt doch in Brüssel das EU-Parlament, gehört es zu den sechs Gründungsmitgliedern der EU. Rund um Belgien drehte sich am Freitag auch eine Präsentation von Karl-Heinz Schmalz, Oberamtsrat a.D. und ehemaliger deutscher Konsul in Straßburg und Antwerpen. Durch das Programm führte Dieter Hausotter, der ehemalige Schulleiter der Gesamtschule, Ingolf Höfer, übersetzte für die Gäste aus der französischen Partnerstadt. Im Rahmenprogramm spielte Stephan Geiger auf dem Saxophon - übrigens eine belgische Erfindung.

Als Neuheit in diesem Jahr startet am Donnerstag der Wochenmarkt mit europäischen Angebot – hier soll viel zu erhalten sein, was man kulinarisch mit Europa verbindet. Am gleichen Tag beginnt auch die Fotoausstellung »Bild-Sprung« von Frank Sygusch, inklusive Tanzperformance von Lea Hladka. Kunsthistorikerin Dr. Susanne Lissegang wird dabei in die Ausstellung einführen.

Am nächsten Wochenende wartet dann wieder das Brunnenfest auf dem Hungener Marktplatz auf Besucher. Erstmals wird dann die Schäferstadtkönigin gekürt werden. Am Backhaus startet zudem eine Oldtimerralley. (Foto: con)



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