16. November 2018, 22:17 Uhr

Verbindung zu Theo Koch

Thomas Hettche liest in der Hospitalkirche

16. November 2018, 22:17 Uhr
Thomas Hettche im Museum im Spital.

Reichlich Zuspruch fand das literarische Heimspiel des Autors Thomas Hettche im »Literaturland Hessen« in der Hospitalkirche. Martin-Maria Schwarz von HR2-Kultur unterhielt sich mit dem Schriftsteller ausgiebig über dessen Heimatgefühl, seine Lebensphilosophie, sein Werkschaffen, und das, was ihn zum Schreiben anregt. Museumsleiterin Karin Bautz hatte zuvor die Gäste begrüßt.

Hettche (geboren 1964) wuchs in Treis auf. Er besuchte die Liebigschule in Gießen und studierte nach dem Abitur von 1984 bis 1991 Germanistik, Filmwissenschaft und Philosophie an der Goethe-Universität in Frankfurt und schloss dort mit Promotion ab. Hettche lebt heute als freier Schriftsteller in Berlin und in der Schweiz. Dass als Leseort Grünberg ausgewählt wurde, ist kein Zufall. Schließlich gibt es eine Verbindung mit dem Südamerika-Forscher Theo Koch, dessen Tochter Ursula Hettches Deutschlehrerin an der Liebigschule in Gießen war. Ihr hat er sein autobiografisches Buch in zehn Begegnungen« Totenberg« gewidmet, aus dem er Passagen vortrug.

HR-Sendung am 25. November

Im Dialog mit Schwarz betonte Hettche, dass ihn sehr viel mit der heimischen Landschaft verbinde, die kalt, einfach und rauh sei. Zu seinem Buch »Totenberg« sagte er: »Auch wenn ich weggehe, ist Dort das Hier«. Man finde immer ein Jetzt, ein Hier. Das Hier sei immer da, man müsse nur die Balance finden. Wenn man die Kindheitslandschaft verliere, falle eine Tür zu. Hettche gestand, dass er nicht unbedingt Schriftsteller werden wollte. Gereizt hätte ihn mehr, mit Theo Koch die große Welt zu erkunden. Auf die Frage, ob die Literatur etwas ersetzen könne, was der Glaube verloren habe, sagte Hettche, dass überall der Wunsch bestehe, die Alltagswelt zu verlassen, die man eventuell für sich in Bücher finden könne. Da gebe ein Buch, das frei verwendbar sei, wann und wo auch immer, schon eine Geborgenheit.

Hettche las weiterhin eine längere Passage aus seinem Roman »Pfaueninsel«, in dem er eine Insel in der Havel bei Potsdam wieder auferstehen lässt. Lesung und Gespräch werden ihren Niederschlag finden in einer Sendung von HR2-Kultur am 25. November ab 12.04 Uhr. (Foto: dis)

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