09. März 2018, 14:35 Uhr

Entführte Lindenerin

Tagelang in Gewalt des Ex-Partners: Lindenerin offenbar zum zweiten Mal entführt

Die tagelang entführte Lindenerin war offenbar nicht zum ersten Mal in der Gewalt ihres Ex-Partners. Vor wenigen Tagen hat sie den Mann bereits wegen eines ähnlichen Vorfalls angezeigt.
09. März 2018, 14:35 Uhr
Symbolfoto: dpa (Foto: Julian Stratenschulte (dpa))

Gefesselt, entführt und mit einer Schusswaffe bedroht war eine 27-jährige Lindenerin tagelang in der Gewalt ihres ehemaligen Lebenspartners und musste mehrere sexuelle Übergriffe über sich ergehen lassen, bis die Tortur am Dienstag nach einer wilden Verfolgungsjagd mit der Polizei endete. Nun stellt sich heraus: Der 30-Jährige hat die Lindenerin offenbar zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage entführt.  

Bereits in der Nacht vom 18. auf den 19. Februar soll der Mann seine Ex-Freundin in Linden abgepasst, mehrere Stunden in ihrem Auto umhergefahren und in seiner Gewalt gehalten haben. Danach soll er sie in der Wohnung der Frau in Linden vergewaltigt haben.  Am 19. Februar suchte die 27-Jährige die Polizei auf und berichtete diese Tatvorwürfe, bestätigte Staatsanwalt Thomas Hauburger am Freitag der Gießener Allgemeinen Zeitung.

 

Staatsanwalt: Kein dringender Tatverdacht

Die Polizei habe den Mann daraufhin festgenommen und vernommen, danach aber wieder vorerst auf freien Fuß gesetzt. Es habe „kein dringender Tatverdacht“ vorgelegen, erklärt Hauburger. Der Mann habe völlig gegensätzliche Angaben zu den Aussagen seiner Ex-Partnerin gemacht. Die Fahrt im Auto habe nur einer Aussprache gedient. Die beiden hätten sich wenige Wochen vorher getrennt. Eine Vergewaltigung habe der 30-Jährige von sich gewiesen. „Es stand Aussage gegen Aussage.“ Es müsse die Unschuldsvermutung gelten. Dem 30-jährigen Mann sei allerdings ein gerichtliches Kontaktverbot zu der Frau auferlegt worden. Man habe Ermittlungen aufgenommen, diese dauern auch weiter an. Hauburger räumt ein: Nach dem zweiten Vorfall stehe die Aussage der Frau in einem anderen Licht.

Wie berichtet wollte die Polizei am Dienstag einen Transporter bei Würzburg kontrollieren. Aber der Fahrer hielt nicht an, floh stattdessen vor der Polizei und rammte auf der Autobahn bei 150 km/h mehrere Streifenwagen. In dem Transporter saß auch die Lebensgefährtin des Mannes - gefesselt.

 

Entführer in Untersuchungshaft

Das Fahrzeug soll zwei Tage »ziellos« durch das Bundesgebiet gefahren, auch in Westdeutschland unterwegs gewesen sein. Der Mercedes Sprinter war als gestohlen gemeldet. Daher suchte die Polizei nach dem Auto. Nach einer automatischen Kennzeichen-Erkennung wurden Beamte in Unterfranken auf den Transporter aufmerksam und versuchten, den Wagen anzuhalten. »Dass in dem Wagen auch eine gefesselte Frau saß, haben die Beamten nicht geahnt«, berichtet der Würzburger Polizeisprecher Michael Zimmer. Doch der 30-Jährige stoppte nicht und flüchtete, rammte auf der Autobahn mehrere Streifenwagen.

Bei Würzburg verließ er die Autobahn, kurz darauf gelang es der Polizei am Dienstag, das Auto zum Anhalten zu bringen. Auch die Lindenerin sei nach dem Anhalten des Transporters zunächst aus dem Wagen gestiegen, geflüchtet und weggerannt, berichtet Zimmer. »Als sie dann die Polizei gesehen hat, ist sie aber stehengeblieben.«

Der Entführer sitzt in Untersuchungshaft in Würzburg.

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