Kreis Gießen

Sturmschäden, Dürre, Käferbefall

»Die Rehe waren verschwunden«: So lautete das Fazit im Bericht von Jagdpächter Gerrit Jan van Dam über das vergangene Jagdjahr. Um den Ramsberg herum gab es kaum Futter. Viele Rehe waren abgemagert. Ähnlich die Lage bei den Wildschweinen. So blieb die Jagdstrecke beim Jagdbogen A deutlich unter den Vorjahresergebnissen. Erheblich höher fiel sie im Jagdbogen C aus, wie Jagdpächter Albert Kraak anlässlich der Genossenschaftsversammlung feststellte. Leider war bei den Rehen über ein Viertel als Fallwild zu verzeichnen. Die Schwerpunkte liegen an der B 276 - meist, weil die Verkehrsteilnehmer unangepasst unterwegs sind und die Wildreflektoren an Wirkung verlieren.
22. Mai 2019, 22:33 Uhr
Redaktion

»Die Rehe waren verschwunden«: So lautete das Fazit im Bericht von Jagdpächter Gerrit Jan van Dam über das vergangene Jagdjahr. Um den Ramsberg herum gab es kaum Futter. Viele Rehe waren abgemagert. Ähnlich die Lage bei den Wildschweinen. So blieb die Jagdstrecke beim Jagdbogen A deutlich unter den Vorjahresergebnissen. Erheblich höher fiel sie im Jagdbogen C aus, wie Jagdpächter Albert Kraak anlässlich der Genossenschaftsversammlung feststellte. Leider war bei den Rehen über ein Viertel als Fallwild zu verzeichnen. Die Schwerpunkte liegen an der B 276 - meist, weil die Verkehrsteilnehmer unangepasst unterwegs sind und die Wildreflektoren an Wirkung verlieren.

Im Jagdbogen B lag die Fallwild-Quote bei Rehen sogar bei über einem Drittel der Strecke, wie der Vorsitzende der Hegegemeinschaft Laubach, Werner Wirth, anstelle der ausgeschiedenen Jagdpächter beim Verlesen der Streckenliste anmerkte. Er plädierte außerdem für die traditionelle Ausübung der Jagd, wie z. B. die Beachtung einer Altersstruktur. Die reine Ausrichtung an Stückzahlen hält er nicht für ausreichend.

Insgesamt wurden im Jagdrevier mit 46 Stück Schwarzwild nur 50 Prozent des Vorjahres erlegt. Beim Abschuss von Rehwild lag die Strecke mit 95 Stück etwa zehn Prozent über den Sollvorgaben. Darüber hinaus wurden 38 Waschbären und 18 Füchse sowie weiteres Niederwild registriert.

Frei laufende Hunde bereiten Sorgen

Im Feld waren bereits hohe Schäden im letzten Jagdjahr zu beobachten, die sich nun im finanziellen Ergebnis niederschlugen. Im Wald wurde eine Revierbegehung im März mit Revierförster Imhof absolviert, um die witterungsbedingten Schäden zu besichtigen. Ein Anliegen der Stadtwaldstiftung ist dabei, dass die Aufforstungsflächen von den Jägern besonders geschützt werden. Jagdpächter Kraak sieht die Abschussforderungen konterkariert durch die hohen Schäden an den Bäumen durch Sturm, Dürre und anschließenden Käferbefall. Trotzdem haben Jagdpächter und Jagdgenossenschaft im Einvernehmen mit der Stadtwaldstiftung eine Abschussvereinbarung getroffen, die über den Sollwerten der Hegegemeinschaft liegt. Trotz höherer Aufwendungen für Wildschäden weist der Kassenbericht der Rechnerin Uta Roth im Jahresergebnis einen geringen Überschuss aus. Die Kasse wurde von Dagmar Luckert und Günter Haas vom Genossenschaftsausschuss geprüft. Es ergaben sich keine Beanstandungen. Auf Antrag von Günter Haas wurde der Vorstand von der Versammlung entlastet.

Hingewiesen wurde auf Probleme mit frei laufenden Hunden. Aktuell wurde beobachtet, wie ein Hund ein hochtragendes Reh hetzte. Dies erfüllt den Straftatbestand der Wilderei. Die von der Jagdgenossenschaft unterstützte Einrichtung der Freilauffläche für Hunde verzögert sich aus rechtlichen Gründen. Auf gutem Weg sind indes die Einrichtung von Blühstreifen sowie die Überlassung einer Waldwiese durch die Stadt Laubach für den gleichen Zweck. Bürgermeister Peter Klug, der gleichzeitig Vorsitzender der Stadtwaldstiftung ist, warb für den Besuch des Waldtages am 1. Juni mit einem abwechslungsreichen Programm am Waldsportplatz. Anlass ist das 20-jährige Bestehen der Stadtwaldstiftung.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/Kreis-Giessen-Sturmschaeden-Duerre-Kaeferbefall;art457,593384

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