21. Februar 2017, 19:22 Uhr

Stöckelschuh und dunkler Anzug

21. Februar 2017, 19:22 Uhr
Schönes Erinnerungsstück: Eine Konfirmationsurkunde (oben). – Prof. Werner Trampisch (r.) eröffnet die Ausstellung. (Fotos: mo)

Konfirmation, das bedeutet für Mädels vielleicht erstmals Stöckelschuhe, Jungs fühlen sich noch nicht so richtig wohl im neuen dunklen Anzug und überhaupt – Konfirmation ist ein Einschnitt im Leben. Es ist nicht nur die Bekleidung, die Frisur, die sich anders darstellt, es ist ein neuer Lebensabschnitt. In früheren Jahren war es für die meisten jungen Menschen der Abschluss der Volksschule und der Einstieg ins Berufsleben, heute ist Konfirmation nur noch eine Station, die Schule geht weiter. Konfirmation bedeutet für junge Menschen auch, Kontakt zur Kirche und zum Glauben zu bekommen. Manche haben bereits über den Kindergottesdienst zur Kirche gefunden, ihnen ist vieles vertraut, andere nehmen erstmals so richtig Kontakt zur Kirche und zum Pfarrer auf. Kirche ist ihnen fremd, als Institution nicht vertraut.

Urkunden, Bilder und Bibeln

Wöchentlicher Unterricht mit Bibel, Gesangbuch und Arbeitsmappen sowie Freizeiten werden angeboten. In Arbeitsgruppen und vielen Gesprächen wird versucht, den jungen Menschen Kirche und Glauben zu öffnen. Ein Jahr lang können die Konfirmanden auch in die Aktivitäten der Gemeinde hineinschnuppern und im Gottesdienst Texte lesen. Vorstellungsgottesdienste, von den Konfirmanden mitgestaltet, führen hin zu Einsegnungs-Konfirmationsgottesdiensten, verbunden mit Familienfeiern und nicht selten reich gedeckten Gabentischen. Oft gelingt es den kirchlichen Mitarbeitern und Pfarrern noch, die neu Konfirmierten und damit in die Gemeinde aufgenommenen jungen Christen in Gruppen zu integrieren, bevor sie der Kirche dann eventuell für längere Zeit oder für immer den Rücken kehren.

»Konfirmation im Wandel der Zeit« – lautet der Titel einer interessanten Ausstellung, die am Sonntag im Heimatmuseum Wißmar durch Prof. Werner Trampisch eröffnet wurde. Der Vorsitzende der Heimatvereinigung Wißmar verbindet die Ausstellung mit dem Reformationsjahr 2016/2017. Alte Wißmarer Konfirmationsbilder ab 1905 sind ebenso zu sehen wie Konfirmationsurkunden und Materialien zum Konfirmandenunterricht, Gesangbücher und Bibeln oder Konfirmationsgeschenke. Zur Gestaltung der Ausstellung haben neben vielen anderen Christina Kleinschmidt, Ursula Klein und Margret Trampisch wesentlich beigetragen, ihnen galt ein herzlicher Dank. Der Eröffnung ging ein Gottesdienst in der evangelischen Kirche voraus, den der Kirchenchor, von Christa Lißel geleitet, mitgestaltete. Pfarrerin Alexandra Hans fragte: »Wie sollen unsere Kinder heute Nachfolge im Glauben lernen, wenn sie keine Vorbilder mehr haben, die ihnen diesen Glauben vorleben? Traut euch, mit euren Kindern und euren Enkeln über den Glauben zu reden, ihn zu praktizieren und in unseren Familien lebendig werden zu lassen«.

Die Ausstellung im Wißmarer Heimatmuseum ist sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet (weitere Termine nach Vereinbarung mit Werner Trampisch, Tel. 0 64 06/31 65).

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