02. Februar 2018, 21:32 Uhr

Stilistisch breit gefächert

02. Februar 2018, 21:32 Uhr
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Von Günther Dickel

Eingeladen zu diesem Konzert hatten Pohlheims Freie Wähler, weil sie den Bürgern nach vielen Neujahrsempfängen und Fachvorträgen einmal etwas Neues präsentieren wollten, wie Stadtverbandsvorsitzender Andreas Schuch erläuterte.

Denn die vier Leonardo Elemente »Feuer«, »Wasser«, »Luft« und »Erde« seien zeitlos und passten in die aktuelle Zeit. Als Politiker verglich er die Elemente Feuer mit Engagement, Wasser mit Abkühlung, Luft mit Vision und Erde mit Bodenständigkeit. Damit war zugleich der Bogen zwischen Politik und Kunst gespannt, den die Moderatorinnen Susanne Erker und Hildegard Kammer zu den jeweiligen Themenblöcken erläuterten. Denn die 16 Stücke von Hugo Distler, Ola Gjeilo, Robert Schumann bis hin zu Hugo Alfvén waren in unterschiedlichen Sprachen und oft mit komplizierten und schwierigen Passagen komponiert.

Stilistisch war das Programm breit gefächert. Renaissance-Madrigale erklangen neben zeitgenössischen Werken, romantische Chorstücke neben traditionellen Hopi-Indianer-Gesängen. Darunter war auch der »Feuerreiter« von Hugo Distler, den der Chor mit kompliziertesten rhythmischen Wendungen meisterte. Bei »Northern Lights« von Ola Gjeilo fühlte man sich in den norwegischen Nachthimmel versetzt, dann waren es wieder afrikanische Klänge, welche die Zuhörer ergriffen, sodass sie mitswingten.

Dass in solch einem anspruchsvollen Konzert der Zuhörer aber auch schwierigere Kost zu verdauen hat, wurde zu Beginn des zweiten Konzertteils klar. Denn mit Brahms Vertonung von »Vineta«, der versunkenen Stadt, und dem »The Fountain« Op. 71 von Edward Elgar drückten dann doch eher dunkle Klänge durch den Kultursaal.

Doch schnell wurde es wieder hell und heiter, als nämlich Thomas Bernsdorff mit seiner Gitarre ein Solo zelebrierte. Denn das »Recuerdos de Alhambra« spielte er filigran, melodiös und grandios zu Freude der kräftig applaudierenden Zuhörer.

Im Hauptwerk des Konzertes »Leonardo dreams of his Flying Maschine« aus der Feder des amerikanischen Komponisten Eric Whitacre kamen schließlich alle vier Elemente zum Tragen. Mit diesem Werk, welches Chor und Dirigent alles abverlangte, zeigte sich, welch großartige Künstler dieses vielschichtige Konzert gestalteten.



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