09. August 2019, 18:00 Uhr

Bevölkerungsentwicklung

Staufenberg hat immer mehr Einwohner

Die neuesten Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung zeigen: Staufenberg wächst langsam aber beständig. Bürgermeister Gefeller mahnt trotz der positiven Entwicklung, die Stadt müsse sich positionieren.
09. August 2019, 18:00 Uhr
Langsam, aber beständig wächst die Stadt Staufenberg. Der Kommunalpolitik gibt die Bevölkerungsstatistik Hinweise, welche infrastrukturellen Maßnahmen ergriffen werden sollten. (Foto: Henß)

wächst und wächst. Das zeigen die halbjährlich erscheinenden Zahlen zur Bevölkerungsstruktur der Stadt. Zur Jahresmitte wohnten 8807 Menschen in Staufenberg, Ende Juni 2018 waren es noch 8741. Woran liegt das? Vielleicht an der Lage zwischen den beiden Oberzentren Gießen und Marburg direkt an einer autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraße? Der Kommunalpolitik jedenfalls geben diese nüchternen Zahlen wichtige Hinweise. Zeigen sie doch auf, welche infrastrukturellen Maßnahmen vorgenommen werden müssen, um der Bevölkerungsstruktur gerecht zu werden.

Problem: Unterfinanzierung

Bürgermeister Peter Gefeller zieht insgesamt eine sehr positive Bilanz, mahnt in seiner jüngsten Kolumne aber auch, dass sich Staufenberg trotz der demografischen Entwicklung positionieren müsse. »Das ist nicht immer einfach, denn gerade wir als kleine Kommune leiden unter ständiger Unterfinanzierung«, schrieb Gefeller.

Durch die Attraktivität der Vitalen Mitte und der guten Anbindung an die Autobahn sei die Stadt ein beliebter Wohnort vor allem für junge Familien, erklärte Gefeller. Um genügend Wohnungen anbieten zu können, müssen neue Baugebiete erschlossen werden. Sie wurden in Treis, in Staufenberg und an der Grenze zwischen Mainzlar und Daubringen ausgewiesen, zudem werden in allen Stadtteilen Baulücken geschlossen.

Es lohnt sich aber auch ein detaillierter Blick in die einzelnen Stadtteile: Mitte 2019 hat der Stadtteil Staufenberg die Marke von 3000 Einwohnern mit Hauptwohnung geknackt (im Vergleich zum 31. Dezember 2018: 2972). Treis hatte zum 30. Juni 2086 (2073), Daubringen 1753 (1732) und Mainzlar 1694 (1718) Einwohner. Bis auf Mainzlar haben alle im Vergleich zum Jahresende 2018 also zugelegt. Nicht berücksichtigt sind bei diesen Stadtteilzahlen die Nebenwohnungen.

Bunte Stadt

Interessant ist auch die Betrachtung der Altersstruktur. Das Durchschnittsalter in Staufenberg liegt bei 45,4 Jahren. Zwei Personen in der Stadt können auf 100 Lebensjahre zurückblicken, eine ist bereits über 100 Jahre alt. Geboren wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres 34 Babys, gestorben sind 38 Einwohner. »Das Geburtendefizit ist also gar nicht so groß«, sagte Gefeller.

Doch nicht nur Menschen mit deutschem Pass leben in Staufenberg. Die Stadt sei bunt, sagte Gefeller. Die Menschen kämen von A wie Afghanistan bis V wie Vereinigtes Königreich, also Großbritannien. Drei größere Gruppen von Einwohnern mit nicht deutscher Staatsangehörigkeit hat Gefeller ausgemacht. Die Gruppe der Menschen, die als so genannte Gastarbeiter kamen und inzwischen über Generationen hier leben und arbeiten. Das sind in erster Linie türkische Staatsangehörige mit aktuell 342 Personen, davon 84 Kinder unter 16 Jahren, sowie die Portugiesen mit aktuell 96 Personen.

Gute Infrastruktur

Eine weitere Gruppe der Nichtdeutschen sind die EU-Bürger. Hier stellen die Polen die größte Gruppe mit 163 Personen. Alle weiteren EU-Bürger sind mit zum Teil weit unter 100 Personen vertreten. Sie arbeiten vor allem als Busfahrer, Pflegekräfte und als Arbeitskräfte »auf dem Bau«, berichtet der Rathauschef.

Die dritte Gruppe sind die Flüchtlinge. Die Syrer stellen mit 77 Personen die größte Gruppe. Es folgen Afghanen (28 Personen), Eritreer (29 Personen), Iraker (36 Personen) und Iraner (42 Personen). Er beobachte, dass die Asylbewerber recht zügig von den Gemeinschaftsunterkünften in reguläre Wohnungen vermittelt werden können, sagte Gefeller.

»Die Statistik ist also positiv, zukunftsbejahend und eine gute Grundlage für eine weitere aufbauende Entwicklung«, schrieb der Bürgermeister. Das sei gut und notwendig zugleich. »Unsere Infrastruktur wird dauerhaft durch unsere Wohnsitzbürger finanziert.«

Deshalb müsse es das Bestreben aller politisch Handelnden bleiben, »die gute Infrastruktur aufrecht zu erhalten«, sei es im Einkaufs- und Dienstleistungsbereich oder bei den Kindertagesstätten in allen vier Stadtteilen.

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