28. August 2017, 18:05 Uhr

Schlechte Ernte

Starke Niederschläge trüben Laune der Landwirte

Die Getreideernte ist zwar noch nicht abgeschlossen, doch schon jetzt ist klar: Sie bleibt hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Und dann gibt es da noch das Problem mit Wildschäden.
28. August 2017, 18:05 Uhr
In diesem Jahr wird eine unterdurchschnittliche Ernte erwartet. (Symbolfoto: dpa) (Foto: Arno Burgi (dpa-Zentralbild))

Das Wetter bereitet auch dieses Jahr den Landwirten Kopfschmerzen und wohl auch schlaflose Nächte. Die Getreideernte ist immer noch nicht abgeschlossen, was vor allem den hohen Niederschlagsmengen im Juli und in den vergangenen zwei Wochen geschuldet ist.

»Über 200 Liter, das müssen die Böden erst mal verdauen«, führte dazu vor der 42. Regionalversammlung des Bauernverbandes Gießen/Wetzlar/Dill dessen Vorsitzender Manfred Paul aus. Vor rund 110 Berufskollegen in den »«Bürgerstuben« warnte der jedoch vor voreiligen Schlüssen: Wer meine, das sei bereits der Klimawandel, der möge eines bedenken: »Das war alles schon mal da. 1980 konnte die Ernte erst am 12. September abgeschlossen werden.«

Die Ernte 2017 fällt nach Paul sehr unterschiedlich aus und bleibt, abgesehen von der Gerste, hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Neben den Ertragsverlusten, so weiter der Vorsitzende, habe sich die Qualität der erntereifen Weizenbestände durch den Regen verringert und könne oftmals nur noch als Futterweizen vermarktet werden. Durch die teilweise notwendige kostenaufwendige Trocknung werde die Nachernte-Logistik aufwendiger. »Die Ernte 2017 ist ein Nervenspiel für die Ackerbauern.«

Paul wehrt sich gegen Pauschalkritik

Der Bauernsprecher wandte sich sodann gegen die zuletzt häufigere ungerechtfertigte Kritik an der modernen Landwirtschaft, belaste dies doch zunehmend auch die Familien. In Verbindung mit dem Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln werde man oft zu Unrecht an den Pranger gestellt.

Jüngst aufs Neue sei den Bauern der »schwarze Peter« für steigende Trinkwasserpreise aufgrund der Nitratbelastung zugespielt worden. Diese »einseitige, pauschale und nicht näher begründete Schuldzuweisung« zulasten der Kollegen weise man zurück.

Die Wasserqualität in den Landkreisen Gießen und Lahn-Dill sei sehr gut. Vereinzelte Probleme im Bundesgebiet dürften nicht verallgemeinert, müssten vor Ort angegangen werden. Vielfach werde der Einsatz der von Behörden intensiv geprüften und zugelassenen Pflanzenschutzmittel generell abgelehnt. »Dafür fehlt mir jegliches Verständnis«, so der Kreisvorsitzende Paul. Denn schließlich gehe es doch darum, Ernten und Qualitäten und damit die Ernährung der Bevölkerung zu sichern.

Stark zunehmende Wildschäden

Geschäftsführer Hans-Martin Sames berichtete von stark zunehmenden Wildschäden durch Schwarzwild, was die Anwesenden bestätigten und daher eine verstärkte Bejagung forderten. Für Unmut sorgt das weiter um sich greifende Jakobskreuzkraut, da die Randstreifen an den Straßen nicht oder nur verspätet gemäht wurden. »Hier müsse schnell gehandelt werden«, forderte der Vorsitzende des Ortsbauernverbandes Garbenteich, Manfred Balser, von den Straßenmeistereien.

Weiter ging Sames auf die Aktion »Hessens Landwirtschaft blüht für Bienen – Landwirte und Imker sind Partner« im Rahmen der Kampagne »Bienenfreundliches Hessen« ein. Im Verbandsgebiet wurde an 27 Landwirte Saatgut für 35 Hektar Blühflächen ausgegeben. In den kommenden Jahren soll die Aktion als Beitrag zur Biodiversität noch ausgeweitet werden. Weitere kooperationsinteresierte Imkervereine aus den beiden Landkreisen können sich beim Verband melden. Am besten schon jetzt im Herbst, um genügend organisatorischen Vorlaufzeit zu haben.

Abschließend warb Hans-Martin Sames für das traditionelle Kreiserntedankfest in Grüningen am 14. Oktober in der Limeshalle, zu der auch die Bevölkerung herzlich eingeladen ist.

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