06. Oktober 2017, 21:10 Uhr

Spannend nach all den Jahren

06. Oktober 2017, 21:10 Uhr
Grünbergs »Märtfraa« Antje Wenzel – eingerahmt von Thomas Siek, Frank Ide und Thomas Kreuder (v. l.) – eröffnet die 46. Oberhessische Kunstausstellung.

Hier grelle Farben, die den Betrachter geradezu anschreien. Da zarte Pastelltöne, ein sommerliches Idyll. Im Nebenraum Skulpturen: mal anmutig wie »Die Gebieterin«, mal mit schroffen Konturen wie der »Hammerwurf«. Auch die 46. Oberhessische Kunstausstellung in Grünberg erfüllt vor allem ein Versprechen: Das Schaffen heimischer (Hobby-)Künstler in ihrer ganzen Vielfalt abzubilden.

Insgesamt 43 Oberhessen sind es diesmal, 116 Werke stellen sie im Barfüßerkloster aus. Gestern Abend wurde die Werkschau, stets inoffizieller Auftakt des Gallusmarktes, eröffnet.

Nur wenige Schritte entfernt vom Kloster sind überdies Fotoarbeiten zu sehen. Auf vielfachen Wunsch wurde diese Sparte erstmals in die »Oberhessische« inte-griert, aus Platzgründen aber mussten die Exponate ins Rathaus »auswandern«. Neun Aussteller beteiligen sich an der Premiere unterm Motto »Eins«. Insgesamt sind es 24 Fotos; meist gegenständliche Motive, Früchte etwa, Landschaften. Aber auch Experimentelles: »Nichts« lautet so der treffliche Titel eines diffus-monochromen Positivs.

Thomas Siek, Vorsitzender der Gallusmarktkommission, begrüßte die vielen Gäste der Vernissage, wohlklingend umrahmt vom Ensemble »Flöten en bloc«. Auch in 46. Auflage, so Siek, sei diese Ausstellung eine »tolle Plattform für Kunstschaffende«. Und biete nach wie vor Spannung – ob der Entdeckungen, der Neuerungen und der Frage, wer am Ende den ersten Preis erhält.

Dass die Rezeption von Kunst stets auch Sache des persönlichen Empfindens sei, meinte Bürgermeister Frank Ide. Ebenso unterliege sie einem Wandel der Moden – »wie meine Krawatte: Vor 25 Jahren war die modern«.

Thomas Kreuder, Vorsitzender des Kunstausschusses der Gallusmarktkommission, führte ebenso launig in die Ausstellung ein. Im scherzhaften Vergleich mit der documenta schickte er voraus: »Wir verfolgen ganz andere Ziele. In erster Linie präsentieren sich hier Hobbykünstler/innen, die Spaß am Malen, Zeichnen, Produzieren haben. Und: Sieben Millionen Verlust werden wir mit Sicherheit nicht machen.«

Offenen Auges genießen

Kreuder machte auf die Vielfalt der Sujets und Techniken, die Unterschiede des künstlerisch-kreativen Selbstverständnisses aufmerksam: Aquarelle, Acryl- und Ölbilder, Spachtelarbeiten, Radierungen, Tuschezeichnungen und vieles mehr seien im Barfüßerkloster versammelt. Ein breites Spektrum – ein Wert an sich der »Oberhessischen«.

Besonders freuten ihn die Motive aus der Gallusstadt. Beispielhaft genannt seien das »Lutherhaus« von Rudi Hofmann. Oder Erhardt Ritters Bilder, der »Kleine Markt« oder »Ehemals in der Borngasse«. Mit dem Dank an Helfer sowie Sponsoren ließ er es bewenden. Und mit diesem Schlegel-Zitat: »Mancher betrachtet Kunst am liebsten mit verschlossenen Augen, damit die Fantasie nicht gestört werde.« Darauf möge man sich einlassen und den Gang durch die Ausstellung genießen – besser aber offenen Auges, versteht sich. Kurz darauf, und »Märtfraa« Antje Wenzel erklärte die Ausstellung für offiziell eröffnet.

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Geöffnet Samstag, 7. Oktober (15 bis 18 Uhr), Sonntag, 8. Oktober (13 bis 18 Uhr), Samstag, 14. Oktober (15 bis 18 Uhr), Sonntag, 15. Oktober (13 bis 18 Uhr), Mittwoch, 18. Oktober (13 bis 18 Uhr), Samstag, 21. Oktober (15 bis 18 Uhr), Sonntag, 22. Oktober (13 bis 18 Uhr, ab 17.30 Uhr Preisverleihung). Die Fotoausstellung im Rathaus ist zu sehen: montags bis mittwochs, 8 bis 16 Uhr, donnerstags, 8 bis 18 Uhr (außer 19. Oktober), freitags, 8 bis 12 Uhr, am Sonntag, 22. Oktober, 11 bis 18 Uhr. Eintritt jeweils frei.

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