03. Oktober 2018, 19:17 Uhr

Sozial und politisch engagiert

03. Oktober 2018, 19:17 Uhr
Elisabeth Faber

Sie ist für ihr soziales und politisches Engagement bekannt, aber auch als Unternehmerin. Die in Langgöns lebende Elisabeth Faber war unter anderem die erste Frauenbeauftragte des Landkreises. Heute feiert sie ihren 75. Geburtstag.

Geboren wurde Elisabeth Faber in Bad Gandersheim in Niedersachsen als Tochter eines Rechtsanwalts. 1965 arbeitete sie als Gemeindegehilfin in Gießen. 1966 heiratete sie den Bauunternehmer Horst Faber. Aus der glücklichen Ehe gingen drei Kinder hervor. Inzwischen ist die Jubilarin vierfache Großmutter.

1974 legte Elisabeth Faber ihre Prüfung zur Hauswirtschaftsmeisterin ab, unterrichtete an der Kreisvolkshochschule in Langgöns. Ehrenamtlich aktiv war sie unter anderem in der Kirche: als Kirchenvorsteherin und seit 1974 als Synodale der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau. Fünf Jahre lang war sie als Laiin Mitglied der Kirchenleitung unter Kirchenpräsident Helmut Hild der Landeskirche. Auf Bundesebene gehörte sie seit 1985 der Synode der EKD an, war Präsidiumsmitglied und Vorsitzende des Ausschusses »Kirche, Gesellschaft, Staat«.

Der SPD trat Faber 1970 bei, um ihre christliche Überzeugung in die Parteiarbeit einzubringen. Den Langgönser Ortsverband leitete sie zeitweise stellvertretend. 1987 wurde Elisabeth Faber unter Landrat Rüdiger Veit zur ersten Frauenbeauftragten des Landkreises Gießen; dieses Amt hatte sie bis 1997 inne. »Sie kann zuhören, bringt reiche Lebenserfahrung ein, kennt keine Feindbilder, hütet sich vor Polarisierung und zeichnet sich durch weibliche Diplomatie ebenso wie durch weibliche Durchsetzungskraft aus.« Mit diesen Worten wurde die Jubilarin 1993 in der Gießener Allgemeinen Zeitung anlässlich einer Fünf-Jahres-Bilanz ihrer Tätigkeit als Frauenbeauftragte charakterisiert. Zu ihren Erfolgen in diesem Amt gehören unter anderem die Gründung eines Frauenausschusses, die Verabschiedung des Frauenförderplans, die Verbesserung der Situation der Reinigungskräfte und nicht zuletzt die Gründung der ersten Kinderkrippe in Trägerschaft des Kreises sowie die Initiierung der »Oase«, dem Haus für obdachlose Frauen in Gießen.

1998 kehrte Faber in ihren erlernten Beruf zurück und gründete in Gießen »Faber Management«, ein Unternehmen für Haushaltsservice als »Angebot gegen Schwarzmarktarbeit«, wie sie es formuliert. Für gut versicherte und entlohnte Haushaltshilfen engagierte sie sich auch ab 1999 als Mitgründerin des Bundesverbandes für Dienstleistungsunternehmen für Haushalt und Familie. Sie pachtete außerdem zwei Hotels. Im Jahr 2006 erhielt sie für ihren mannigfaltigen ehrenamtlichen Einsatz das Bundesverdienstkreuz.

Mittlerweile hat Faber alle Ämter in Kirche und Politik niedergelegt. Gleichwohl besucht sie weiterhin mit Leidenschaft politische Veranstaltungen. Aktuell setzt sie sich für die Ärztin Kristina Hänel ein, die wegen Informationen über Schwangerschaftsabbrüche auf ihrer Internetseite angeklagt ist und damit eine bundesweite Kampagne zur Abschaffung des Strafgesetzbuch-Paragrafen 219a angestoßen hat. In ihrer Firma ist Elisabeth Faber noch mindestens einmal wöchentlich vor Ort.

Ihr 75. Geburtstag sei Anlass zur Freude, sagt die Jubilarin. »Ich bejahe mein Alter und möchte mein Leben nicht zurückdrehen. Ich lebe weiterhin sehr intensiv und bin dankbar.« (Foto: con)

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