28. Oktober 2018, 16:50 Uhr

Bürgermeisterwahl

So wollen die Bürgermeisterkandidaten Langgöns verändern

9000 Langgönser entscheiden am 28. Oktober, wer künftig Chef im Rathaus ist: SPD-Kandidatin Sabrina Zeaiter oder Marius Reusch, Kandidat von CDU, Grünen und FDP? Vor der Wahl sie die sieben drängendsten Fragen.
28. Oktober 2018, 16:50 Uhr
Diese beiden Kandidaten standen zur Wahl: Sabrina Zeaiter (SPD) und Marius Reusch (CDU). (Foto: Henß/srs)

 

Was sind die drängendsten Probleme in Langgöns, die Sie angehen wollen?

Zeaiter: Die übergreifenden Aspekte, wie bezahlbarer Wohnraum, Ausbau der Mobilität, Defizite in Barrierefreiheit und Infrastruktur sowie Ausbau der frühkindlichen Bildung, lassen sich lokal auf alle sechs Ortsteile herunterbrechen und sind für mich Schwerpunkte, die ich in konkreten Projekten angehen werde.

Reusch: Das ist für mich zu allererst der politische Umgang miteinander und mit den Bürgern sowie der Führungsstil als Rathauschef. Hier möchte ich eine neue Kultur des Vertrauens, der Kooperation statt Konfrontation und der Transparenz einbringen. Das geht nicht von heute auf morgen ist aber dringend notwendig.

 

Wie wollen Sie für mehr bezahlbaren Wohnraum in Langgöns sorgen?

Zeaiter: Ich habe drei Gemeindeflächen im Blick, die sich für bezahlbaren Wohnraum eignen, sowie weitere Möglichkeiten zur Nachverdichtung. Weiterhin möchte ich Förderprogramme für die Erhaltung der Dorfkerne sowie den Abbau von Leerstand auflegen und, wo nötig, die Auflage von Neubaugebieten vorantreiben.

Reusch: Hier gilt bei mir der Grundsatz: Innenentwicklung vor Außenentwicklung vorantreiben, um nicht zu viel kostbares Land zu verbrauchen. Doch auch eine moderate Entwicklung von Baugebieten in unserer Gemeinde muss in Zukunft möglich sein. Dazu muss die Gemeinde vorher in den Besitz aller Flächen kommen, damit Baulücken vermieden werden.

 

Mit welchen Ideen wollen Sie mehr junge Familien nach Langgöns locken?

Zeaiter: Förderprogramme wie »Jung kauft Alt« haben sich beim Erhalt von Dorfkernen und der Anziehung von Jungfamilien bewährt. Auch ein Ausbau der frühkindlichen Bildung durch Stärkung unserer Kitas mit einem guten Angebot bei Betreuungszeiten, der Ausstattung sowie inhaltlichem Angebot wertet die Gemeinde auf.

Reusch: Langgöns ist schon heute eine familienfreundliche Gemeinde, was eine gemeinschaftliche Leistung aller Verantwortlichen ist. Dies möchte ich weiterentwickeln, indem die Spielplätze modernisiert und neu gestaltet werden, das Kindergartenangebot weiterverbessert und um einen Waldkindergarten erweitert wird und die Gebühren konstant niedrig bleiben.

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Im Miteinander zwischen den Ortsteilen gibt es noch Verbesserungsbedarf. Wie wollen Sie das ändern?

Zeaiter: In Entwicklungsprojekten müssen alle Ortsteile fair bedacht werden, aber auch der emotionale Zusammenhalt ist wichtig. Jeder Ortsteil ist besonders, das werde ich durch kulturelle Projekte herausarbeiten und mittels gemeinsamer, durch die Ortsteile wandernder Feste in der Gemeinschaft verankern.

Reusch: Ich verstehe die Rolle des Bürgermeisters hier als Bindeglied zwischen den einzelnen Ortsteilen der Gemeinde und werde alle Ortsteile gleich und fair behandeln. Auf vielen Ebenen (z.?B. im Sport) entsteht bereits eine stärkere Kooperation. Diese gilt es zu unterstützen und zu fördern. Doch Engagement und Identifikation entsteht zuerst und vor allem im eigenen Dorf.

 

Welche Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um das dörfliche Leben in den Ortsteilen zu stärken?

Zeaiter: Ein zentraler Teil des dörflichen Lebens sind starke Vereine, die durch ihr Engagement für ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl sorgen und mit ihren kreativen Veranstaltungen eine lebendige Gemeinschaft schaffen. Hier möchte ich unterstützen und fördern.

Reusch: Um lebendige Ortsgemeinschaften zu erhalten, muss vor allem das Vereinsleben noch stärker unterstützt werden, denn über die Vereine wird in unseren Orten nahezu das gesamte gesellschaftliche Leben organisiert. Außerdem möchte ich die Nahversorgung und Infrastruktur in allen Ortsteilen verbessern.

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Was sollte Langgöns tun, damit sich mehr Gewerbe ansiedelt?

Zeaiter: Ich plane, mit den ansässigen mittelständischen Betrieben zu sprechen, um Weiterentwicklungsbedarfe zu erfassen. Weiterhin gilt es, die innerörtlichen Gewerbeflächen in den Mischgebieten gut zu vermarkten, hierbei kann die Gemeinde unterstützend wirken und eine Plattform zur Vernetzung bieten.

Reusch: Zunächst einmal verfügen wir schon über gute und attraktive Gewerbebetriebe als Arbeitgeber. Diese möchte ich unterstützen und fördern. Bei zukünftigen Ansiedlungen sollen vor allem die regionalen kleinen und mittelständischen Unternehmen bevorzugt werden. Wir brauchen nicht noch mehr Logistikhallen, die viel Fläche aber wenig Beschäftigte haben.

 

Welche Ideen haben Sie für die Sanierung des Bahnhofsgebäudes und das Verkehrsproblem im Umfeld?

Zeaiter: Denkbar sind verschiedene gewerbliche Nutzungen mit Büros, Gaststätten- oder Hotelgewerbe sowie bezahlbares Wohnen oder kulturelle Nutzungen. Ich werde die Ergebnisse der THM-Arbeitsgruppe in zukünftige Planungen einfließen lassen sowie die Bürgerinnen und Bürger in die Konzeptionierungen einbinden.

Reusch: Dazu werden gerade von einem studentischen Projekt der THM tolle Ideen entwickelt, die es lohnt, ernsthaft betrachtet, geprüft und dann auch umgesetzt zu werden. Hinsichtlich des Verkehrs um den Bahnhof will ich mehr Parkplätze und auch den Kreisel umsetzen. In jedem Fall ist hier viel zu lange nichts geschehen und ich werde das Thema zur Chefsache machen.Info

Steckbriefe

Sabrina Zeaiter
Alter: 37
Beruf: Sprachwissenschaftlerin an der Philipps-Universität Marburg
Wohnort: Wetzlar-Hermannstein
Parteizugehörigkeit: SPD
 

Marius Reusch
Alter: 35
Beruf: Studienreferendar für Gymnasien an der Limesschule Altenstadt
Wohnort: Langgöns-Oberkleen
Parteizugehörigkeit: CDU

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