18. Januar 2019, 21:56 Uhr

So geht deutsche Mülltrennung

18. Januar 2019, 21:56 Uhr
Ines Wollschak (r.) zeigt den Teilnehmern, wie man Müll und Flaschen trennt. (Foto: srs)

Acht Flüchtlinge haben am Freitag in der Gemeinschaftsunterkunft in Garbenteich als erste im gesamten Landkreis einen sogenannten Wohnungsführerschein erworben.

In einem zweistündigen freiwilligen Kurs erklärte ihnen Ines Wollschak von der Zaug gGmbH, wie man Müll trennt, worauf in Mietverträgen zu achten ist und wie man lüftet. Doch so manche Inhalte im Leitfaden, den die Teilnehmer ausgehändigt bekamen, muten merkwürdig an.

»Pünktlich Miete zahlen«, wird darin unter anderem empfohlen, als müssten Flüchtlinge darauf gesondert hingewiesen werden. In allgemeinen Tipps zum Einkaufen heißt es: »Nicht hungrig einkaufen gehen« und Korb oder Einkaufsbeutel nicht vergessen. Vor dem Zubereiten von Essen gelte es, die Hände zu waschen. Und Staubwischen, so wird geraten, erledige man »von oben nach unten«. Regeln, die überall auf der Welt gelten.

»Wir wollen den Wohnungsführerschein flächendeckend in allen Gemeinschaftsunterkünften anbieten«, sagte Landrätin Anita Schneider, als sie die Urkunden überreichte. Flüchtlinge seien in der Regel nur für kurze Zeit in den Unterkünften untergebracht. »Wir wissen, dass es gerade für Flüchtlinge schwierig ist, Wohnungen zu finden.« Bei Vermietern fehle es bisweilen »am Verständnis für das Miteinander«. Teilnehmer des Kurses werden so unterstützt, Vermietern »auf Augenhöhe zu begegnen«.

Nicht alles habe er gebraucht, sagt Sajiad Ahmadi, einer der Teilnehmer des Kurses in Garbenteich. »Die Mülltrennung kannte ich noch nicht, das war interessant. Aber vieles war mir schon bekannt.«

Flüchtlinge verlieren Wohnungen

Finanziert und organisiert werden die Seminare durch die Stabsstelle Flüchtlingswesen, unterstützt vom Landkreis. Zum Hintergrund erklärte Achim Szauter, der Leiter der Stabsstelle, in wenigen Fällen gingen Flüchtlinge mit Ressourcen wie Heizung und Strom »nicht vernünftig« um. »Sie verlieren dann ihre Wohnung, weil das Jobcenter die hohen Nebenkosten nicht übernimmt und Vermieter ihnen dann kündigen.« Es sei auch schon vorgekommen, dass Bewohner in Gemeinschaftsunterkünften den Herd nicht ausgeschaltet, sondern Wasser auf die Herdplatte geschüttet hätten.

»Das ist kein flächendeckendes Problem«, versicherte die Landrätin. Inhalte wie das richtige Lüften könne man sicher nicht nur Flüchtlingen, »sondern auch woanders anbieten«.

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