04. Mai 2017, 19:59 Uhr

So geht Völkerverständigung

04. Mai 2017, 19:59 Uhr
Peter Schmitt dirigiert den kleinen Chor der Harmonie Daubringen und den Lars-Erik-Larsson-Gymnasiet-Spetskör aus der schwedischen Stadt Lund. Am Klavier begleitet Bo Isgar die Akteure. (Foto: vh)

Klappern gehört zum Handwerk – und Chorgesang ist ein künstlerisches Handwerk. Der Gesangverein Harmonie Daubringen hat die Reihe internationaler Chorkonzerte am Mittwochabend in der evangelischen Kirche auf nunmehr zwei erweitert. Das klingt vielleicht etwas großspurig, aber jede Reihe hat klein angefangen. 2016 waren The Madrigal Singers aus dem amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania zu Gast, vom 1. bis 4. Mai kam nun der Lars-Erik-Larsson-Gymnasiet-Spetskör aus der 87 000-Einwohner-Stadt Lund im äußersten Südwesten Schwedens ins Lumdatal.

Nach einem Auftritt in Gießen beteiligte sich der Oberstufenchor des nach dem schwedischen Komponisten Lars-Erik Larsson (1908 bis 1986) benannten Gymnasiums mit den Schwerpunkten Musik und Naturwissenschaft am zweiten internationalen Chorkonzert in Daubringen. Harmonie-Dirigent Peter Schmitt hatte den Chor auf einem Wettbewerb erlebt und anschließend mit dem Chorleiter Bo Isgar je ein Zusammentreffen in Daubringen und Lund vereinbart. Dass die jungen Leute bei ihrem Kurzaufenthalt von Deutschland nur Daubringen und Gießen sahen, wischte Harmonie-Vorsitzender Markus Lich beiseite.

Anspruchsvolles Programm

Erneut klapperte es. Wer Daubringen und Gießen gesehen habe, kenne die wichtigsten Orte, sagte Lich. Bo Isgar dankte für die Gastfreundschaft und sprach von einem »großen Vergnügen für uns«. Isgar erläuterte dem Publikum das schwedische Liedgut – Sakralwerke, Volkslieder und Folklore aus dem 20. Jahrhundert – in ausgezeichnetem Deutsch. Der Chor sang ohne Noten und überdurchschnittlich. Schmitt holte sein Englisch zum Vorschein und Harmonie-Sängerin Heike Töllich übersetzte ins Schwedische. Die viel beschworene Völkerverständigung lief wie am Schnürchen. Das Publikum in der voll besetzten Kirche spendierte aufrichtig und lange Applaus.

Ab sofort weiß man in Daubringen und Gießen, dass Schweden mehr ist als Pippi Langstrumpf und Krimis, aber Chorgesang und Komponisten hätten viele hier kaum verortet. Die Gäste sangen etwa »Kyrie und Gloria« von Martin Arpaker, das »Agnus Dei« aus der Miss Brevis von Larsson oder den »Sommarpsalm« von Waldemar Ahlén.

Die Chöre der »Harmonie« waren gut vorbereitet, der große Chor sang etwa »Entflieh mit mir« von Felix Mendelssohn Bartholdy, der kleine Chor brachte »Dirait – on« von Morten Lauridsen zu Gehör. Am Klavier begleitete Marion Riemer die Akteure. Kleiner Chor und Gastchor vereinigten sich dann zum »We are one« von Alan Pote. Peter Schmitt und Bo Isgar haben ein vorzügliches Chorkonzert mit fähigen und motivierten Gesangsstimmen auf die Beine gestellt. Das Klappern war berechtigt.

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