05. November 2018, 22:12 Uhr

Siegerknolle wiegt 739,6 Gramm

05. November 2018, 22:12 Uhr
Die Jurymitglieder Bodo Hartmann, Anneliese Wagner und Michael Wagner mit den Siegern Manfred Euler (erster Platz), Catja Fay (zweiter Platz), Luka Noffz (dritter Platz) und Elvira Muth vom Heimatverein. (Foto: gdp)

Wer hat die dickste Kartoffel? So war der spontan ins Leben gerufene Wettbewerb des Grüninger Heimatvereins überschrieben. Vermutlich hat der extrem trockene Sommer und die dadurch beeinträchtigte Kartoffelernte auch so manch einen Kartoffelbauern davon abgehalten, mit seinen diesjährigen »Mini-Kartoffeln« sich bei diesem Wettbewerb zu zeigen. Immerhin jedoch haben neun Kartoffelbauern sich dem Wettbewerb gestellt.

Da verwunderte es auch nicht, dass die Kartoffel von Luka Noffz, aus dem Garten ihrer Großeltern, Loni- und Lothar Marsteller, mit 100 Gramm bereits den dritten Platz erreichte und die anderen noch kleineren sechs Kartoffeln auf die Plätze verwies. Dass jedoch die Kartoffel von Catja Fay vom Hof Obersteinberg mit 666,5 Gramm den zweiten Platz erreichte, kam förmlich einem Quantensprung gleich. Sie hätte auch gar nicht gewogen werden müssen, wenn da nicht auch noch der Grüninger Manfred Euler eine Kartoffel aus dem heimischen Garten in den Wettbewerb schob, bei der das Ziffernblatt der Jurywaage stolze 739,6 Gramm anzeigte.

Die Mitglieder der dreiköpfigen Jury Anneliese Wagner (zweite Vorsitzende der Landfrauen Grüningen/Holzheim), Michael Wagner (Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Dorf-Güll) und Ortslandwirt Bodo Marsteller zeigten sich recht entspannt, da sie die Wettbewerbskartoffeln anhand deren Größe fast ohne Waage hätten prämieren können. Der Wettbewerb um die dickste Kartoffel war somit zwar gelöst, die Hintergründe über das »wie kann das sein« jedoch noch lange nicht. Und diese Frage beschäftigte auch noch bei Kaffee und Kuchen im Hof und auf der Pallas der Burg die rätselnden und überraschten Besucher.

Denn die große Differenz zwischen den »2018er Normalkartoffeln« (unter 100 Gramm) und den zwei herausragenden Sieger Exemplaren brachte die Köpfe zum Sinnieren. Beim Nachfragen und den Querdiskussionen kam heraus, dass die Siegerkartoffel der Sorte »Jelly« bei Manfred Euler in dessen Garten in der Tiefsenke am Grüninger Ostrand (Ende des Paul-Hutten-Ring) gewachsen ist. Dort ist der Unterboden sehr lehmhaltig, wodurch die Kartoffel trotz trockenem Sommer immer noch genügend Wasser zum Wachsen hatte. Ähnliches wird auch bei der zweitplatzierten Kartoffel, der Sorte »Belana« vom Hof Obersteinberg vermutet, die der Landwirt Fay auf seinem Acker zwischen Grüningen und Holzheim in der Senke Richtung »Weißer Berg« geerntet hat.

Gefesselt von der aktuellen Trockenperiode 2018 und den dadurch noch nicht allerorten abzusehenden Auswirkungen, hatte der oft zitierte Spruch des Volksmundes um die »dicksten und dümmsten« Kartoffeln an diesem Tag keine Bühne und blieb im wahrsten Sinn des Wortes im Dunkeln des Burgkellers.

Am 1. Dezember hießt es dann ab 16 Uhr wieder »Advent in der Burg«.

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