09. Oktober 2018, 21:32 Uhr

Sehnsucht nach Parallelwelt

In seiner Ausstellung »Fantastic Cars – Classic Cars« verbindet der Lindener Heinz Gerhard Fischer seine zwei Passionen Technik und Kunst miteinander. Dabei entstehen Kompositionen, die man sonst aus Science- Fiction-Filmen kennt.
09. Oktober 2018, 21:32 Uhr

Giraffe am Steuer und Lokomotivfahrt mit Erdmännchen – was sich nach einem verwirrenden Traum anhört, wird in der Fotomontagen-Ausstellung von Heinz Gerhard Fischer in Hüttenberg zur Realität. »Mich inspiriert die Sehnsucht nach einer anderen Welt, nach einer Parallelwelt«, erklärt der 68-jährige pensionierte Chemie- und Kunstlehrer aus Großen-Linden. Mit »Fantastic Cars – Classic Cars« kombiniert Fischer zwei Facetten, die des Künstlers und des Naturwissenschaftlers.

Schon während des Chemiestudiums merkte er, dass ihn die Naturwissenschaft alleine nicht zufriedenstellt. So belegte er noch Kunst – und begann ein Lehramtsstudium für Haupt- und Realschule. Schnell, gesteht Fischer ehrlich, musste er feststellen, dass er weder beim Zeichnen noch beim Malen mit außergewöhnlichem Talent gesegnet war. So blieb er bei seinem bisherigen Hobby, der Fotografie.

Während des Kunststudiums wuchs Fischers Faszination für eine Stilrichtung. »Im Studium schrieb ich oft Hausarbeiten und meistens wählte ich mir selbst Themen in Verbindung mit Surrealismus.« Besonders beeindruckt und inspiriert wurde er von den Künstlern Dalí, Escher und Magritte. »Und Kollagen fand ich schon immer toll, früher musste ich sie noch von Hand mit Schere und Klebstoff zusammensetzen. Photoshop erspart mir heute eine Menge Arbeit«, sagt Fischer.

Bei der Ausstellung werden zum einen seine Fotomontagen »Fantastic Cars« gezeigt, denen stehen die »Classic Cars« gegenüber, die häufiger unter dem Begriff Oldtimer zu finden sind. Doch auch diese werden nicht einfach unverändert präsentiert.

Die meisten »Classic Cars« hat Fischer über Jahre hinweg beim »Golden Oldies«-Festival in Wettenberg fotografiert. »Irgendetwas störte mich an den Bildern immer, also fing ich an, die eigentlichen Hintergründe zu verändern, um meine Fotografien ästhetisch aufzuwerten«, erklärt Fischer. Deshalb tanzen nun Petticoats um die hübschen Autos oder sie finden sich gar in zeitgetreuen Retrozimmern wieder.

Bei seiner Ausstellung, die rund 50 Exponate umfasst, handelt es sich nicht um seine erste Fotomontagen-Präsentation. Bereits 2013 publizierte er unter dem Titel »Fotocomposing – Phantastische Welten« außergewöhnliche Zusammensetzungen.

Auffällig daran ist, dass erneut das Fantastische fokussiert wird. Ihn begeistert die Zusammensetzung von Technik und echten Lebewesen. Der Grund hierfür ist weniger ausgefallen, als vermutet. Fischer ist begeisterter Leser von Science-Fiction- und Fantasyromanen, die sich nur allzu häufig mit Cyborgs und anderen Mischwesen beschäftigen.

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