05. November 2018, 22:18 Uhr

Segen für Jungjäger

05. November 2018, 22:18 Uhr
Das Parforcehorn-Corps »Hoher Vogelsberg« umrahmt die Hubertusmesse. (Foto: con)

»Der Tod ist die einzige ohne Zweifel vorhandene Gemeinsamkeit zwischen Mensch und Tier.« Einmal im Jahr versammeln sich die Jäger des Landkreises Gießen zu der vom Jagdverein »Hubertus« Gießen und Umgebung veranstalteten Hubertusmesse, um den kirchlichen Segen zu empfangen, aber auch um die Jungjäger in die Gemeinschaft der Jäger aufzunehmen. Auch in diesem Jahr gab wieder 22 Jungjäger, die im vergangenen Jahr ihre Ausbildung zum Jäger abgeschlossen haben und den traditionellen »Jägerschlag« erhielten. Was dabei auffällt: Das Waidwerk wird auch bei Frauen immer prominenter – in diesem Jahr waren mehr als 25 Prozent der Absolventen Frauen.

Am dritten November ist im Kirchenjahr der Hubertustag, der Gedenktag des Schutzpatrons der Jagd. Dann finden alljährlich große Jagden – sogenannte Hubertusjagden – und Hubertusmessen statt. Das Symbol des Heiligen, der Hirsch mit dem Kreuz im Geweih, kennen heute viele jedoch eher von einer beliebten Kräuterlikör-Marke.

Die Predigt hielt wie bereits in den vergangenen Jahren Pfarrer Dr. Ulrich Becke aus Bad Nauheim. An der Gestaltung der Hubertusmesse wirkte auch das Parforcehorn-Corps »Hoher Vogelsberg« unter Leitung von Paul Momberger mit. Zum »Jägerschlag« spielte zudem die Bläsergruppe des Jagdvereins »Hubertus« Gießen »Gruß den Jungjägern«. Die Hubertusmesse gibt es in dieser Form seit den 1970er Jahren im Gießener Land. Auch an die tierischen Jagdhelfer wird bei dem Gottesdienst gedacht: So waren rund um den Altar auch Jagdhunde und Jagdfalken zu Gast.

Bereits in der vergangenen Woche ging ein Schreiben der Tierschutzorganisation PETA auch in der Redaktion der Gießener Allgemeinen Zeitung ein, in dem gefordert wird: »Kein kirchlicher Segen für Jäger und die Jagd!«. Der Rundbrief war an viele Tageszeitungen in Deutschland verschickt worden. Dabei berief sich die Organisation unter anderem auf eine Fassung der Hubertuslegende, nach der der Heilige nach seiner Begegnung mit dem Herrn in Form eines Hirsches der Jagd abgeschworen habe. Doch wie bei so vielen Legenden (gerade aus dem Bereich der kirchlichen Heiligen) gibt es auch hier mehr als eine Geschichte: Eine andere Fassung der Legende besagt, dass Hubertus nur der exzessiven und ungezügelten Jagdlust abschwört und in der Folge zu einem behutsamen und verantwortungsvoll handelnden Jäger wird. Welche der beiden Fassung die Urform ist, kann heute wohl nicht mehr abschließend geklärt werden. Die Sicht der Jäger während der Hubertusmesse ist aber klar: Ohne die Jagd geht es nicht.

Das betonte auch der Vorsitzende des Jagdvereins »Hubertus«, Dieter Mackenrodt: »Eine intakte und heile Natur gibt es heute leider nicht mehr: Durch ausgeräumte Landschaften und neue Bauprojekte ist der Lebensraum der wilden Tiere sehr klein geworden.« Deshalb muss hier der Mensch regulierend eingreifen. »Wir Jäger leisten aber auch verschiedene Maßnahmen zur Verhinderung von Tierseuchen und verhindern nach Wildunfällen unnötiges Leiden der Tiere.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • Absolventinnen und Absolventen
  • Auszubildende
  • Bauprojekte
  • Gedenktage
  • Jagdhunde
  • Kirchenjahr
  • Tageszeitungen
  • Tierschutzorganisationen
  • Tierseuchen
  • Wildunfälle
  • Lich
  • Constantin Hoppe
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 3 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.