23. Juni 2017, 08:05 Uhr

Neubauprojekt

Schwedenhäuser vor den Toren Grünbergs

Ganz wie Bullerbü wird es nicht werden – denn auch andere Farben als rot-weiß sind erlaubt. Insgesamt 54 Häuser will Karl-GeorgGraf zu Solms-Laubach errichten.
23. Juni 2017, 08:05 Uhr
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Von Thomas Brückner
Die Fläche in den »Flachsbachwiesen« in Grünberg: Bis zu 54 Schwedenhäuser könnten hier laut Investor Graf Solms gebaut werden.

»2 x 3 macht 4. Widdewiddewitt und Drei macht Neune! Ich mach’ mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt ...« – kommt die Sprache auf geplante Schwedenhaus-Siedlung am Ortsrand von Grünberg (die GAZ berichtete), kommen einem zwangsläufig Astrid Lindgrens Romane in den Sinn. Doch ganz so wie in »Bullerbü«, auch was den durchgehend roten Anstrich angeht, wird es nicht werden.

Parkähnlich angelegt

Genaueres zu seinen Plänen stellte der Investor, Karl-Georg Graf zu Solms-Laubach, jetzt vor. Vorweg: Geht beantragte Baugenehmigung rechtzeitig ein, will er noch in diesem Jahr ein erstes Musterhaus errichten. Um im Bild zu bleiben: So wie es ihm gefällt, in Holzständerbauweise, mit Material aus dem gräflichem Waldbesitz.

Seine Ideen für die von ihm erworbene Fläche an der Lauterer Straße erläuterte Solms am Mittwochabend vor dem Bau- und Verkehrsausschuss. Neben einer – freilich nur beispielhaften – Ansichtskizze der Siedlung hatte er ein Modell mit nach Grünberg gebracht. Wird dieses »in groß« realisiert, könnten die »Flachsbachwiesen« nach rund 15 Jahren endlich doch bebaut werden. So lange nämlich lag die Fläche brach, nachdem die Bauträgergesellschaft »MGM« mit der Vermarktung geplanter 23 Ein- und Zweifamilienhäuser gescheitert war. »MGM« hatte bekanntlich in den 1990ern das Grundstück der alten Weberei Repp ersteigert.

Bau nur Nachfrage

Wie in der von Eberhard Schlosser geleiteten Sitzung weiter zu erfahren, könnten am Ende insgesamt 54 Einfamilienhäuser werden, jeweils mit rund 200 Quadratmeter Wohnfläche; im ersten und zweiten Geschoss 70 Quadratmeter, unterm Dach 60. Ob der Holzbauweise mit einer maximalen Zimmer breite von sieben Metern. Das Grundgerüst der Schwedenhäuser, ob nun rot, grau oder gelb gestrichen, ist zwar gleich, individuelle Gestaltungswünsche im Innenraum aber seien umsetzbar.

Das Besondere an dem Projekt: Die Häuser oder auch einzelnen Wohnungen werden nur vermietet. Bauen lassen will Solms, nach und nach, entsprechend der Nachfrage.

Heizen mit Fernwärme

Den Mietern in der parkähnlich, mit vielen Bäumen und Grünflächen gestalteten Siedlung werden diverse, nicht nur hauswirtschaftliche Dienstleistungen angeboten. So würde sich etwa bei urlaubsbedingter Abwesenheit jemand um das Anwesen kümmern. Auch an den Fall der Pflegebedürftigkeit sei gedacht, dies in Kooperation mit einem örtlichen Unternehmen. Wie im städtischen »Baumgartenfeld III« jenseits der Straße zum Münsterer Kreuz, so ist auch in diesem privaten Baugebiet eine Versorgung mit Fernwärme vorgesehen. Hier freilich ist der Energieträger nicht Erdgas, sondern Holz.

Nach dem Stand der Dinge sollen die heute von einem Fitnessstudio und einem Pflegedienst genutzten Gebäude stehen bleiben, sollen nur die anderen alten Hallen der Weberei dem Abrissbagger anheim fallen. Schließlich: Für die noch unerschlossene Fläche existiert ein genehmigter Bebauungsplan.



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