08. Mai 2019, 20:00 Uhr

Schunk Group

Schunk: Ein Weltkonzern auf Wachstumskurs

Für 2018 weist die Schunk-Group aus Heuchelheim 1,28 Milliarden Euro Umsatz aus. 7,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Konzern verdient sein Geld vielfach in Nischen - und mit Elektromobilität.
08. Mai 2019, 20:00 Uhr
(Foto: bf)

Rund 1000 Busse fahren weltweit bereits elektrisch mit Ladestrom-Abnehmern auf dem Dach, die von Schunk gefertigt wurden. Das »Schunk Smart Charging System«, bei dem die Busse die Energie an den Haltestellen nachladen können, ist in Moskau im Einsatz, in Amsterdam, in Eindhoven und Krakau, demnächst in Brüssel und Oslo - und etwa bei Stadtbussen in Köln. Immer mehr Städte und Gemeinden, die Öffentlichen Personennahverkehr organisieren, setzen auf Elektromobilität.

Arno Roth, der Vorsitzende der Schunk-Geschäftsführung, spricht von einem boomenden Markt. Der Konzern mit Stammsitz in Heuchelheim macht 40 Prozent seines Umsatzes mit der Automobilindustrie - klare Sache, dass man da auch beim elektrischen Fahren vorne mit dabei ist. Denn die weltweite Autoproduktion geht zurück, Wachstum verlangsamt sich. Laut Roth ein Vorteil, dass Schunk breit aufgestellt ist und unabhängiger insbesondere vom Verbrennungsmotor werde. Die nächste Entwicklungsstufe wird ein »Underbody-Charger« sein: Eine im Boden versenkbare Ladestation, mit dem sich ein Andock-Modul im Auto verbindet, wenn der Wagen geparkt wird. Um eben schnelles Laden mit starken Strömen binnen weniger Minuten zu ermöglichen.

 

Neue Batterietechnologie

Zudem engagiert sich Schunk in einem Konsortium in der Entwicklung von Speichertechnologien. In Arbeit ist eine neuartige Batterie mit einer Graphit-Elektrode als Herzstück - ein nur allzu logischer Schritt, wenn immer mehr Strom dezentral verfügbar sein soll.

Roth zeigte sich bei der Jahresbilanzkonferenz schon ein wenig stolz auf die Innovationskraft des Unternehmens - und auch auf den Umstand, dass alle Investitionen aus eigenen Mitteln gestemmt werden. Im vergangenen Jahr waren das 100 Millionen Euro - auch für Schunk eine Rekordsumme. In Heuchelheim wurde für mehr als 10 Millionen Euro ein neues Versandgebäude errichtet, in Lindenstruth bei Weiss Technik hat im vergangenen Jahr ein neues Blechverarbeitungszentrum seinen Betrieb aufgenommen (sechs Millionen Invest). Drei neue Produktionshallen in Heuchelheim und in Wettenberg sind derzeit im Entstehen. Nicht zuletzt ist der Bau eines »Innovationszentrums« in Heuchelheim geplant.

 

3500 Arbeitsplätze in Mittelhessen

Rund 3500 Arbeitsplätze bietet der Konzern in Mittelhessen - 2000 in Heuchelheim, 1000 in Lindenstruth und 500 in Wettenberg. Und es kommen pro Jahr rund 100 neue Arbeitsplätze hinzu.

Dank 1,28 Milliarden Euro Jahresumsatz, guter Ertragslage und einer Eigenkapitalquote von 67 Prozent benötigt der Weltkonzern vom Windhof für seine Investitionen keine fremden Mittel. Er kann darüber hinaus die Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens partizipieren lassen. Im zurückliegenen Jahr wurden an die rund 8500 Mitarbeiter weltweit 25 Millionen Euro an Gewinnbeteiligung ausgeschüttet.

Stichwort Innovation: Nicht nur bei der E-Mobilität will man ganz vorne dabei sein, sondern auch in der Klimatechnologie. Dazu gehört ein von Schunk in siebenjähriger Arbeit entwickeltetes neuartiges Hochleistungs-Kältemittel für Klimaschränke und -kammern in der Umweltsimulationstechnik. Das bisher weltweit in der Branche verwandte Standardmittel »R 23« gilt als ausgesprochen klimaschädlich. Weiss Technik hat eine Alternative auf den Markt gebracht, die die gleichen Eigenschaften mit einer Belastbarkeit von bis zu -70 Grad wie »R23« aufweist, aber 90 Prozent weniger klimaschädlich ist. Arno Roth: »Wir werden etwas grüner«.

 

OptoTech und CSZ

Im vergangenen November hat Schunk zudem »OptoTech« in den Konzern eingereiht, den in Launsbach beheimateten technologischen Weltmarktführer für Optikmaschinen. Für Schunk ist das der Einstieg in den wachsenden Photonik-Markt. Und erst in diesem Februar hat Weiss Technik den amerikanischen Mitbewerber »Cincinnati Sub Zero« übernommen und wird damit zum Marktführer für Umweltsimulationstechnologie in den USA. Es war die bislang größte Akquisition in der Schunk-Historie. In den USA ist Schunk seit Jahren bereits in Grand Rapids/Michigan vertreten.

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