29. März 2019, 22:08 Uhr

Schmuckstück im Herzen von Oberkleen

29. März 2019, 22:08 Uhr
Blick in den historischen Ratssaal. Architekt Thomas Jungherr (2. v l.) erklärt die ausgeführten Arbeiten. (Foto: se)

Die Ortsmitte von Oberkleen befindet sich auf besten Weg, sich zu einem Schmuckstück zu entwickeln. Derzeit wird das im Jahr 1582 errichtete alte Rathaus auf Vordermann gebracht und neu gestaltet. Möglich gemacht wurde diese Sanierung auch durch das Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen.

Im alten Rathaus stehen die einzelnen Maßnahmen kurz vor dem Abschluss. Für den scheidenden Bürgermeister Horst Röhrig eine willkommene Gelegenheit, sich kurz vor Ende seiner Amtszeit – ab April soll der noch ausstehende Urlaub genommen werden – eine weitere Sanierungsmaßnahme zu präsentieren. Röhrig zeigte sich beim Ortstermin am Donnerstag sehr angetan von der Neugestaltung des Rathauses. »Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich hier sehe«, stellte er fest.

480 000 Euro Kosten

Das alte Rathaus prägt den Ortsmittelpunkt in Oberkleen und soll durch die Neugestaltung des Außenbereichs besonders hervorgehoben werden. Diese soll zeitnah in Angriff genommen werden. Und dann schlug Röhrig vor, nach Beendigung aller Bau- und Sanierungsmaßnahmen sowie der Umgestaltung des Ortskerns »ein Fest für alle Bürger als schönen Schlusspunkt der Dorferneuerung« mit den Ortsvereinen« zu feiern. Laut Röhrig seien die Ausgaben im Rahmen geblieben. So liegen die Gesamtkosten bei rund 480 000 Euro, wovon die Gemeinde rund 298 000 Euro übernimmt. Aus dem Dorferneuerungsprogramm werden etwas mehr als 182 000 Euro zugeschossen. Für die Außenanlage werden insgesamt rund 130 000 Euro veranschlagt, 54 000 Euro stammen aus dem Programm des Landes Hessen, die Gemeinde Langgöns übernimmt 76 000 Euro.

Ulrike Stiehl, Abteilung ländlicher Raum der für diese Maßnahme zuständigen Fachbehörde im Lahn-Dill-Kreis, zeigte sich angetan vom aktuellen Stand der Arbeiten: »Das ist ein sehr schönes und gelungenes Abschlussprojekt für die Dorferneuerung in Oberkleen«, freute sie sich. Auch der Gießener Architekt Thomas Jungherr, der die Sanierungsmaßnahmen erläuterte, hatte Grund zur Freude: »Es ist noch so viel von 1582 da, das gut erhalten ist!« Teils wurden auch Materialien entfernt, die bei vorangegangenen Sanierungen eingebaut worden waren, sich aber als ungeeignet herausgestellt hatten.

Jungherr verwies auch auf die Schnitzereien, mit denen die tragenden Eichenbalken verziert sind. Durch diese werde der »Repräsentationscharakter« des Hauses hervorgehoben. Wesentliche Bestandteile des Gebäudes sind eine große Markthalle im Erdgeschoss und ein großer Saal im ersten Stock. »Vermutlich mindestens 250 Jahre alt sind die historisches Fenster«, berichtet der Architekt, »höchstwahrscheinlich« seien es sogar noch die »allerersten« Fenster. Diese konnten noch verwendet werden, die »historische Patina« habe so erhalten werden können. Ohnehin sei bei allen Tätigkeiten darauf geachtet worden, wenn möglich »historische Reparaturmethoden« anzuwenden. Auf diese Weise konnte die Bausubstanz geschont und weitgehend originalgetreu restauriert werden.

Unbewohnt bleibt das Haus nicht: Die unter dem Dach lebenden Fledermäuse haben eine artgerechte Einflugöffnung erhalten.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Dorferneuerung
  • Euro
  • Fledermäuse
  • Horst Röhrig
  • Langgöns-Oberkleen
  • Rathäuser
  • Schnitzerei
  • Langgöns
  • Harold Sekatsch
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos