14. November 2017, 19:05 Uhr

»Schlussverkauf« in Laubach

14. November 2017, 19:05 Uhr
»Geisenwiese« im Nebel: Die vorletzte Parzelle in Laubachs Gewerbegebiet, rechts von der Drive-in-Bäckerei, von der Philipp-Reis-Straße bis hoch zur Landesstraße, ist veräußert. Als »Endstück« steht einzig die Fläche links von der DRK-Wache zum Verkauf. (Foto: tb)

Sichtlich genervt zeigte sich Bürgermeister Peter Klug am Ende der jüngsten Stadtverordnetensitzung. Anlass bot der Änderungsantrag der Sozialdemokraten zum Grundstücksverkauf im Gewerbegebiet »Geisenwiese«. Komme der durch, so der parteilose Rathauschef, werde er künftig immer die Fraktionen dazubitten, wenn ein Investor in Laubach anklopfe.

Die Verärgerung rührte wohl auch daher, dass dies nicht der erste Fall war, da aus dem Plenum Kritik an Grundstücksgeschäften der Verwaltung laut wurde. Klug: »Sagen Sie es doch künftig vorher, wenn Sie einen Verkauf nicht wollen.« Mit einem »Nachspiel« im Ältestenrat ist zu rechnen.

Potenzial unterhalb der Straße

Hartmut Roeschen, Vorsitzender der SPD-Fraktion, hatte den Antrag mit »Echauffierungs-Potenzial« eingebracht. Danach sollten die insgesamt 9100 Quadratmeter nicht zu 30 Euro den Quadratmeter, sondern zum kostendeckenden Preis von 55 Euro veräußert werden. »Das ist die vorletzte Fläche im Gewerbegebiet, wir sollten sie nicht unter Wert verkaufen.«

Nicht viel anders Hans-Georg Frank (BfL), der sich, nicht zum ersten Mal, gegen ein »Verramschen« von Gewerbeflächen aussprach.

Der SPD-Antrag wurde von BfL, FBLL und FDP unterstützt, von einer deutlichen Mehrheit aus CDU, Grünen, Freien Wählern und BfL aber abgelehnt. Die beschlossen dann den ursprünglichen Magistratsantrag auf Verkauf zu 30 Euro.

Worum geht’s? Auf der Parzelle östlich des Backshops, von der Philipp-Reis-Straße bis hoch zur Landesstraße, soll zum einen ein Küchenstudio entstehen. Zum anderen will sich hier ein Unternehmen für Mietgaragen bzw. -container sowie Caravanstellplätze ansiedeln. Die obere Teilfläche zur Landesstraße hin stand in den vergangenen zwei Jahren im Fokus kontroverser Debatten, war doch hier ein Kulturzentrum/Gebetshaus der Türkisch-Islamischen Gemeinde Laubach-Grünberg geplant. Die Bürgermeister-Vorlage auf Verkauf der 4000 Quadratmeter, hier zum kostendeckenden Preis, wurde am Ende aber vom Stadtparlament abgelehnt. Im Nachgang hatte ein Wetterfelder Betrieb Interesse gezeigt, den es schließlich jedoch nach Münster zog.

Nach Veräußerung der 9100 Quadratmeter stehen für den »Schlussverkauf« jetzt nur noch 3000 Quadratmeter rechter Hand, bis zur DRK-Rettungswache, zur Verfügung. Allerdings: Unterhalb der Philipp-Reis-Straße gibt es noch einige Hektar potenzieller Gewerbeflächen, die zwar in öffentlichem Besitz (HLG), aber noch nicht erschlossen sind.

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