15. November 2017, 21:56 Uhr

Schandfleck soll verschwinden

15. November 2017, 21:56 Uhr

1994 schloss die Discothek in Nonnenroth. Seitdem ist das idyllisch am Wald gelegene Gelände mehr oder weniger sich selbst überlassen und deshalb zum Schandfleck geworden. Das soll sich ändern. Eine Investorengruppe aus Frohnhausen will es kaufen und auf dem Areal Bauplätze schaffen, ebenso auf einem nordöstlich angrenzenden Bereich. Im Bauausschuss, der am Dienstagabend über die in diesem Zuge anstehende Bebauungsplanänderung zu befinden hatte, stellte Holger Müller, einer der Vorhabenträger, das Projekt vor.

Ziel ist es, die bestehenden Gebäude abzureißen, aus dem 2,2 Hektar großen Gebiet Bauland zu machen und so die Nachverdichtung zu forcieren, so Müller. Die Vorteile liegen nicht nur für ihn auf der Hand: Zum einen wäre die unansehnliche Disco-Brache bald Geschichte. Zum anderen gehen keine landwirtschaftlichen Flächen verloren. Angedacht sind insgesamt 25 Grundstücke, überwiegend zwischen 500 und 700 Quadratmeter groß, einzelne sogar bis zu 1000 Quadratmeter. »Um jedem Interesse gerecht zu werden«, sagt der Investor.

Das derzeit als Gewerbegebiet ausgewiesen Disco-Gelände wollen die Entwickler zu diesem Zweck zum Mischgebiet machen und so auch eine gewerbliche Nutzung ermöglichen. Allerdings nur eine, die das Wohnen nicht störe, so Müller. Heißt konkret: Betriebe aus dem Dienstleistungssektor wie Architekturbüros, Arztpraxen oder Rechtsanwaltkanzleien.

Was die nordwestlichen Flächen angeht, also jene entlang von Bergstraße und Am Steinern Kreuz, ist ein allgemeines Wohngebiet vorgesehen. Erschlossen werden soll das gesamte Baugebiet über Berg- und Grünberger Straße, die mögliche Nutzung soll sich an das Umfeld anpassen. Dazu Müller: »Es ist ein Vollgeschoss mit ausgebautem Dach möglich.«

Volker Scherer (Grüne) äußerte Bedenken bezüglich der Straße Am Steinern Kreuz, die zum Teil nur vier Meter breit ist. Müller dagegen sieht dieses »Nadelöhr« nicht als Problem, denkt an dieser Stelle an eine Einbahnstraßenregelung. Hartmut Gall (FW) regte an, in diesem Zug über einen weiteren Ausbau der Straße am Wald nachzudenken und stieß damit bei Bürgermeister Wengorsch auf offene Ohren. Gunter Schmidt (SPD) brachte die Kosten für Straßen- und Kanalausbau ins Spiel. Was das angeht, ist die Kommune außen vor. »Die Erschließungskosten trägt der Investor für das komplette Gebiet«, versicherte Müller.

Was den zeitlichen Fahrplan angeht, rechnet Bürgermeister Rainer Wengorsch fürs Frühjahr 2019 mit dem Baubeginn. Der Ausschuss gab für die Bebauungsplanänderung grünes Licht. Einstimmig votierten die Mitglieder für die Beschlussvorlage. Auch der Ortsbeirat hatte die Pläne Anfang November befürwortet.

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