26. September 2018, 22:17 Uhr

Sanierungsbedarf unstrittig

26. September 2018, 22:17 Uhr
Die Freibadsaison ist beendet. Eine Sanierung ist dringend geboten, allein wegen des Wasserverlusts aufgrund maroder Fliesen. (Archivfoto: tb)

Ohne greifbares Ergebnis in Sachen Freibadsanierung endete am Dienstagabend die vom Ältestenrat Anfang September beschlossene gemeinsame Sondersitzung des Haupt-, Bau- und Finanzausschusses und des Jugend-, Sport-, Kultur-, Tourismus- und Sozialausschusses. Vor allem FBLL-Sprecher Dirk-Michael Hofmann machte geltend, dass man im Hinblick auf die grundhafte Erneuerung des Freibades in Laubach über die Zweckmäßigkeit der ins Auge gefassten Bau- und Attraktivitätsmaßnahmen noch mehr Informationen benötige, um das Projekt mit einer veranschlagten Baukostensumme in Höhe von 4,2 Millionen Euro abzusegnen.

Dass eine Sanierung dringend notwendig ist, wird nicht bestritten. Doch lassen sich die Investitionskosten für umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in einer Machbarkeitsstudie, die durch Dr.-Ing. Nicole Riedl (Geschäftsführerin der Balneatechnik GmbH, Wiesbaden) detailliert vorgetragen wurden, für die Zukunft rechtfertigen, da die Besucherzahlen eine unsichere Größe darstellen?

Landeszuschuss wird beantragt

Riedl wies darauf hin, dass kein Bad in Deutschland schwarze Zahlen schreibe – doch den Sport-, Freizeit- und Geselligkeitsfaktor, den ein Freibad für alle Altersklassen und Bevölkerungsschichten vermittele, dürfe man nicht außer Acht lassen. Deshalb seien auch die geplanten Baumaßnahmen zur Attraktivitätssteigerung (u. a. neue Rutsche, Massageliegen) abgesehen von der zu erneuernden Technik, durchaus angebracht. Auch der geplante Einbau einer Edelstahlwanne, wie in Grünberg geschehen, verkürze die Reinigungszeit. Man sollte keinen »Schuhkarton« für das Schwimmbad nehmen, sondern etwas Attraktives daraus machen, was noch weit in die Zukunft reiche.

Karl-Heinz Weicker, Prokurist des städtischen Eigenbetriebs, zieht bei den Kosten zunächst von der angesetzten Summe 1,17 Millionen Euro aus dem neuen Förderprogramm des Landes Hessen mit dem bezeichnenden Namen »SWIM« (Laufzeit von September 2020 bis Juni 2021) sowie Spenden in Höhe von 73 000 Euro ab. Bleibt für die Stadt ein Finanzierungsbedarf von rund 2,6 Millionen Euro. Hierfür sollen bis zu 2,2 Millionen Euro aus dem Investitionsprogramm zur Hessenkasse verwendet werden. Erwartet werden Zuweisungen Dritter in einer Höhe von 100 000 Euro. Durch Kreditaufnahme sollen 900 000 Euro bereitgestellt werden. Die Finanzierungsmöglichkeiten würden dazu führen, dass die jährlichen Folgekosten für die Stadt wirtschaftlich vertretbar sind und sich gegenüber dem jetzigen Betrieb eine Einsparung ergibt. Außerdem würden sich Einsparungen bei den Personalkosten ergeben. In den nächsten Tagen soll der Antrag auf den Landeszuschuss gestellt werden. Baubeginn könnte – nach der von Dr. Riedl vorgeschlagenen 1. Variante – im September 2019 sein, dann wären die Arbeiten bis Juni 2020 abgeschlossen. Die 2. Variante sieht eine Bauphase vom März 2020 bis Mai 2021 vor.

Bei der Abwägung zwischen dem Erhalt des Freibades für den Tourismusstandort Laubach und der erheblichen Investitionssumme will man vonseiten der Stadt fiskalische und andere Argumente berücksichtigt wissen. Die städtischen Schwimmeinrichtungen verzeichnen jährlich etwa 27 000 Schülerbesuche im Rahmen des Schulschwimmens. Die örtlichen schwimmsporttreibenden Vereine (DLRG, Tauchclub) wären ohne Freibad in ihren Aktivitäten eingeschränkt. Der Schwimmunterricht ist unverzichtbar, da mehr als 50 Prozent der Jugendlichen in Deutschland nicht schwimmen können. Auch wäre der Fortbestand des Hessischen Schwimmsportzentrums gefährdet und das örtliche Angebot der Bäderbetriebe gerade für Familien und Senioren erheblich eingeschränkt.

Deshalb ist der Magistrat bestrebt, die derzeit günstigen Refinanzierungsmöglichkeiten für eine grundhafte Erneuerung des in den Dreißigerjahren erbauten Freibades zu nutzen. Vor allem Frostschäden durch das Eindringen von Feuchtigkeit, verbunden mit dem großflächigen Abfallen von Fliesen sowie Wasserverlust würden durch die Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen der Vergangenheit angehören. Die letzte Grunderneuerung des Freibades liegt 37 Jahre zurück.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bauphasen
  • Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft
  • Euro
  • Finanzausschüsse
  • Folgekosten
  • Freibadsanierung
  • Fremdenverkehr
  • Investitionskosten
  • Jugend
  • Karl Heinz
  • Kreditaufnahmen
  • Landeszuschüsse
  • Laubach
  • der Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 4 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.