07. November 2018, 21:33 Uhr

Sanierung plus Anbau

07. November 2018, 21:33 Uhr
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Von Rüdiger Soßdorf
Komplett begrünt und eingewachsen ist der Sitzungssaal am Heuchelheimer Rathaus am Linnpfad. Nach dem Willen der CDU-geführten Koalition soll der fensterlose Bau abgerissen und durch einen Neubau mit Büroräumen ersetzt werden. (Foto: so)

»Der Sitzungssaal spornt zu konzentriertem Arbeiten und Beraten an«, spottete einst ein Heuchelheimer Kommunalpolitiker, der ungezählte Abende dort verbracht hat. Denn der Bau ist fensterlos und von schlichter Kargkeit – da hängt noch nicht einmal ein Bild an der Wand.

Doch die Tage des Saales direkt neben dem Verwaltungsgebäude am Linnpfad sind wohl gezählt. Stattdessen sollen dort neue Büroräume für Verwaltungsmitarbeiter entstehen. Die Gemeindevertretung und deren Fachausschüsse sollen stattdessen künftig auf der anderen Straßenseite tagen: Im Saal des Alten- und Pflegezentrums, das ein Investor genau gegenüber auf dem Festplatz im Linn bauen wird. Die Nutzung eines Raumes ebendort ist in dem erst im Spätsommer beschlossenen Vertrag abgesichert.

Am Dienstag hat die Gemeindevertretung den Weg freigemacht für weitere Schritte zum Umbau der Verwaltung und eben dem Ende des Sitzungssaales: 800 000 Euro, die im Haushalt bereitstehen, sind mit den Stimmen von CDU, Freien Wählern, KWI und Grünen freigegeben worden. SPD und FDP stimmten dagegen. Die Argumente für Umbauten in der Verwaltung sind in der Vergangenheit hinlänglich dargelegt worden: So ist der Aufzug zu erneuern. Für die beiden Obergeschosse muss ein zweiter Fluchtweg geschaffen werden. Lagerung von Akten und Kopiergeräte in den Fluren sind nicht tolerabel. Insbesondere der Brandschutz, aber auch Auflagen des Datenschutzes sind so nicht erfüllt. Übrigens schon seit Einweihung der Verwaltung im Jahre 1972. Schon damals gab es Kritik, erinnert CDU-Fraktionsvorsitzender Mirko Nowotny.

Sanierungsstau

Ergo soll im eigentlichen Verwaltungsgebäude das Notwendige getan werden – und so bedarf es baulicher Veränderungen in den Büros. Ersatz dafür wird anstelle des Sitzungssaales geschaffen. Die kommenden Wintermonate sollen bereits für weitergehende Planungen genutzt werden.

Einen Sanierungsstau will Holger Schmidt (FDP) nicht in Abrede stellen. Aber er will vor einem Umbau erst einmal geprüft wissen, wie im bestehenden Gebäude Arbeitsplätze optimiert werden könnten. Denn es gebe nicht mehr Mitarbeiter, das Trauzimmer sei schon ins alte »Rathhaus« verlegt und fortschreitende Digitalisierung in der Verwaltung helfe letztlich, Lagerfläche für Akten einzusparen. SPD-Fraktionsvorsitzender Benjamin-Sebastian Unverricht plädiert ebenfalls dafür, über andere Übergangsmöglichkeiten nachzudenken – auch mit Blick auf eine engere Zusammenarbeit der Verwaltungen von Heuchelheim und Wettenberg.

Bürgermeister Lars-Burkhard Steinz versicherte derweil, die Verwaltung werde auch dann den Raum benötigen; es würden nicht weniger Mitarbeiter.

Ergo werden die Weichen gestellt für Sanierung plus Anbau. 1,65 Millionen Euro ist die geschätzte Größenordnung der Kosten. Bürgermeister Steinz möchte da auch die 750 000 Euro reinstecken, die er vom Land aus der Hessenkasse bekommt. Der Investitionskostenzuschuss fließt quasi in Anerkennung der soliden Haushaltsführung in den vergangenen Jahren.



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