16. Juli 2018, 06:00 Uhr

Aus für Museum

Sammler- und Hobbywelt in Alten-Buseck schließt

Die Sammler- und Hobbywelt in Alten-Buseck muss aus Kostengründen schließen. Die Exponate werden teils versteigert. Kopfzerbrechen bereitet die Rückgabe des alten Starfighter.
16. Juli 2018, 06:00 Uhr
Aus für die Sammler- und Hobbywelt im Gewerbegebiet Alten-Buseck. Leihgaben werden zurück gegeben, die anderen Ausstellungstücke versteigert. (Foto: sm)

Die Sammler- und Hobbywelt in Alten-Buseck schließt. Wer noch einmal – oder vielleicht sogar zum ersten Mal – das Museum besuchen möchte, muss sich beeilen, denn am Sonntag, dem 30. September, ist Schluss. Dann wird die Einrichtung letzmals von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein. Ausnahme: Die bereits terminierten Veranstaltungen werden noch bis zum 31. Dezember stattfinden.

 

Ein Lebenstraum

 

Mit der Eröffnung eines Erlebnismuseums hatten sich im August 2005 die mittlerweile verstorbenen Brüder Harald und Bernd Busse einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Damals bot sich das Gebäude des ehemaligen Möbelhauses »Lückhoff« im Gewerbegebiet Alten-Buseck für die Realisierung ihres Lebenstraums geradezu an. 5800 Quadratmeter Ausstellungsfläche in der Nähe von Gießen: Das war die Chance, um eine steigende Anzahl an Sammlerstücken aus den unterschiedlichsten Bereichen ansprechend präsentieren zu können.

Mit zunehmendem Bekanntheitsgrad entwickelte sich die Sammler- und Hobbywelt zu einem beliebten Ausflugsziel für Jung und Alt. Die Autokennzeichen verrieten, dass die Besucher aus ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland kamen. Dies war besonders zu Sonderausstellungen der Fall. Aber eine Goldgrube war das Museum nie. So nennt Geschäftsführerin Marion Bauer auch finanzielle Aspekte als Hauptgrund für die Schließung. Ihre Mutter Angela Busse ergänzt: »Wir haben seit 13 Jahren zugebuttert. Das ist ein Fass ohne Boden.«

 

Gründer Harald Busse stirbt 2017

 

Die Sammler- und Hobbywelt sei das »Baby« ihres Vaters gewesen, betont Bauer, die gemeinsam mit ihrer Mutter und einem engagierten Team den Betrieb seit letzten Sommer fortführt. Am Sonntag, dem 9. Juli 2017, hatte Harald Busse noch den ganzen Tag in »seiner« SaHo-Welt verbracht. In der Nacht zum Montag hat der Dialysepatient im Alter von 69 Jahren den Kampf gegen seine Krankheit verloren. Mit ihm sind auch das Fachwissen und die Anekdoten rund um die Ausstellungsstücke gestorben. »Ich habe mich zwar gut eingearbeitet, doch das ist einfach nicht das Gleiche,« sagt Bauer. »Mein Vater hat dafür gebrannt und meine Mutter hat ihn tatkräftig unterstützt. Mit mittlerweile 67 Jahren hat sie es verdient, sich zur Ruhe zu setzen.« So geht nun eine Ära zu Ende.

Aber wohin mit den ganzen Sammlerobjekten? Die Leihgaben gehen zurück an ihre Besitzer, diese wurden bereits angeschrieben. Im Eigentum befindliche Stücke werden versteigert. Was mit der Immobilie nach deren vollständigen Räumung geschieht, steht noch in den Sternen.

 

Wohin mit dem Starfighter?

 

Bauchschmerzen bereitet Bauer der Rücktransport des auf dem Außengelände befindlichen Starfighters. Es handelt sich um eine Leihgabe des Luftwaffenmuseums Berlin-Gatow, die im Tausch gegen einen Reservistenkrug nach Buseck gelangte. Reservistenkrüge, da kannte sich Harald Busse aus. 35 Jahre lang pflegte er die Krugkultur, war Vorsitzender des Vereins »Die Krugsammler«. Diese trafen sich ebenso regelmäßig zu einer Sammler- und Tauschbörse in der SaHo wie die »Freunde der scharfen Messer«.

Die Sammelleidenschaft der Busse-Brüder erstreckte sich auf Uniformen und Blechspielzeuge. Im Museum findet man Trachtenpuppen, eine historische Puppenstube, einen Friseursalon, einen Tante-Emma-Laden und vieles mehr. Nicht zu vergessen der Schiffsmodellbau und die Modelleisenbahnen sowie eine der größten Carrerabahnen Deutschlands.

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