20. Februar 2019, 22:02 Uhr

Runter mit den Feinstaubwerten

20. Februar 2019, 22:02 Uhr
Durch das Heizwerk in der Oppenröder Straße (vorn, r.) werden das umliegende Gewerbegebiet, das Wohngebiet »Steinbacher Gärten« sowie die Fernwaldhalle, die Gemeindeverwaltung und das Feuerwehrgerätehaus mit Nahwärme versorgt. (Foto: con)

Runter mit den Feinstaubwerten: Das Holzhackschnitzelheizwerk der Erschließungs- und Betriebsgesellschaft Fernwald (EBF) erhielt zum Ende des vergangenen Jahres eine neue Feinstaubfilteranlage – und diese überzeugt mit einer zuverlässigen Emissionssenkung.

Seit dem 1. Januar 2019 sind in bereits bestehenden Anlagen Grenzwerte von 100 Milligramm (mg) pro Normkubikmeter (Nm³) erlaubt, in neuen Anlagen sogar nur 20 mg/Nm³. Passend zum Jahresende ließ deshalb die EBF durch die Firma Nolting Holzfeuertechnik aus Detmold ein neues Feinstaubfiltersystem in dem Heizwerk einbauen. Die seitherige Anlage war mit einem Alter von rund 15 Jahren den neuen Gegebenheiten nicht mehr vollständig gewachsen.

Die neue Filteranlage in Steinbach kommt theoretisch auf einen Messwert von unter 1 mg/Nm³ und damit unter ein Prozent des erlaubten Wertes – in Fernwald wurden bei ersten Messungen 5 mg/Nm³ gemessen. Die Ergebnisse liegen damit immer noch deutlich unter den zulässigen Höchstwerten. Für diese guten Messergebnisse sorgen insgesamt 400 sogenannte »Keramikkerzen«, die in der neuen Filteranlage stecken. Durch das mikroporöse Keramikmaterial wird das heiße Gas aus dem Heizwerk abgesaugt, dabei bleiben die Feinstaubpartikel an der Oberfläche der Kerze hafte. Sie werden später per Druckluft abgesprengt und gesammelt.

Kostenpunkt: 120 000 Euro

Dass das Prinzip gut funktioniert, sieht man auch daran, dass seit der Installation der neuen Anlage die Auffangbehälter deutlich häufiger geleert werden müssen.

»Die Tonnen sind jetzt deutlich schneller voll«, berichtet Uwe Blaukat, Bauamtsleiter der Gemeinde Fernwald und Mitarbeiter bei der EBF. »Pro Woche werden so rund 800 Liter Staub gesammelt.« Alles läuft vollautomatisch, nur die Auffangtonne, in welcher der Staub gesammelt wird, muss noch per Hand gewechselt werden. Derzeit wird diese Technik deutschlandweit erst in 20 Anlagen eingesetzt. Wie lange die Filtereinheiten halten, kann bislang noch nicht gesagt werden: »Diese Technik wird erst seit zwölf Jahren eingesetzt«, erklärt Heiko Müller, Technischer Leiter der Firma Nolting, und: »Die älteste Anlage läuft immer noch mit ihren ersten Keramikkerzen«.

Insgesamt beliefen sich Kosten für die neue Anlage auf 120 000 Euro – das Pilot- und Demonstrationsprojekt wurde mit insgesamt 46 000 Euro vom Land Hessen gefördert. Durch das Heizwerk in der Oppenröder Straße werden das umliegende Gewerbegebiet, das Wohngebiet »Steinbacher Gärten« sowie die Fernwaldhalle, die Gemeindeverwaltung und das Feuerwehrgerätehaus mit Nahwärme versorgt. Seit der Inbetriebnahme im Jahr 2003 konnten durch das Holzhackschnitzelheizwerk das Energieäquivalent von 3,5 Millionen Liter Erdöl an Wärme erzeugt und rund 11 000 Tonnen CO2 aus fossilen Brennstoffen eingespart werden.

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