22. Januar 2018, 10:30 Uhr

Jubiläum

Rotes Kreuz gestern wie heute ein »Hülfsverein«

Seit 150 Jahren gibt es das Deutsche Rote Kreuz in Lich. Als Anerkennung dieser Arbeit zugunsten des Gemeinwohls erhielt der Stadtverband die Henry-Dunant-Medaille.
22. Januar 2018, 10:30 Uhr
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Von Karl-Josef Graf

Norbert Södler (l.) und Dr. Döring (r.) ehren Hans Kreß, Maria Schmidt, Frank Hasselberg, Wolfgang Gobel, Dr. Christiane zu Solms-Lich und Elise Sundermeier. (Foto: kjg)

Das Deutsche Rote Kreuz in Lich ist am Freitag mit der Henry-Dunant-Plakette als »Anerkennung der Leistungen und Dienste des Ortsvereins« ausgezeichnet worden. Dr. Christiane zu Solms-Lich als Vorsitzende und Hans Kreß als stellvertretender Vorsitzender des Ortsvereins nahmen die Ehrung aus der Hand des Präsidenten des Landesverbandes Hessen des DRK entgegen. Überreicht wurde die Auszeichnung beim Neujahrsempfang des Kreisverbands Marburg-Gießen des DRK, der aus Anlass des 150jährigen Bestehens des Ortsvereins im Licher Bürgerhaus ausgerichtet wurde. Die Liste der Ehrengäste war lang: Politiker aus Stadt und Kreis waren zugegen, Rettungsdienstler vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und den anderen Organisationen sowie Mitglieder der Feuerwehren waren ebenfalls zahlreich erschienen.

Maria Schmidt (65 Jahre), Hans Kreß (60 Jahre), Wolfgang Gobel (50 Jahre), Elise Sundermeier (55 Jahre), Frank Hasselberg (35 Jahre) und Dr. Christiane zu Solms-Lich (25 Jahre) wurden für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt. Jana Elisabeth Matern wurde mit der bronzenen Katastrophenschutzmedaille und Markus Pohl mit der silbernen Katastrophenschutzmedaille durch Kreisbrandinspektor Mario Binsch ausgezeichnet.

Die Anregung zur Gründung eines »Hülfsvereins« kam in den 1860er Jahren durch die Großherzogin Alice von Hessen und bei Rhein per Brief an den Prinzen Ferdinand zu Solms-Hohensolms-Lich, der zunächst skeptisch war, aber sich dann doch zur Gründung eines »Alice-Zweigvereins« durchrang. Großherzogin Alice gelang es innerhalb kurzer Zeit, im Großherzogtum Hessen eine Hilfsorganisation entstehen zu lassen, die Verwundete und Kranke während der Kriege von 1866 und 1870/71 versorgte, so auch im Reservelazarett und im fürstlichen Krankenhaus in Lich. 1891 wurde der »Hilfsverein vom Roten Kreuz für Männer« gegründet, die Vorgänger-Organisation der heutigen DRK-Bereitschaft Lich.

In den beiden Weltkriegen haben die Rotkreuzler in Lich Lazarette betrieben und Verwundete gepflegt sowie Kleidungsstücke und Wollsachen für die Soldaten gesammelt. Die Chirurgie und die Gynäkologie der Uniklinik waren 1944 nach der Zerstörung Gießens ins Licher Schloss bzw. nach Kloster Arnsburg verlegt worden. Licher Rotkreuzler versorgten bis nach dem Krieg am Gießener Bahnhof durchreisende Soldaten und Heimkehrer. Urgesteine der Licher Rotkreuz-Arbeit seien die vor kurzem verstorbenen Emmi Köhler und Margot Heller gewesen, erläuterte Christiane zu Solms-Lich.

 

Werben um weitere Mitglieder

 

Nach dem Krieg hat sich die Rotkreuz-Arbeit geändert. Seit 1992 finden regelmäßig Blutspenden im Don-Bosco-Saal statt. Die Bereitschaft führt Sanitätsdienste bei Veranstaltungen durch. Ein Schulsanitätsdienst, monatliche Treffen für Senioren, das Demenz-Cafe und die Kleiderkammer wurden eingerichtet. Einen wesentlichen Anteil an den Aktivitäten hatte Dorothea Razumovsky, die die Geschicke des Ortsvereins in den 90er Jahren übernahm und bis 2013 leitete.

Für die Zukunft wünscht sich Dr. Christiane zu Solms-Lich Unterstützung beim Bau der Fahrzeugunterkünfte und der Einrichtung des Museums in der Licher Pforte und weitere Mitglieder. Dem Schriftführer Horst Schmidt dankte sie sehr herzlich für die Unterstützung bei der Recherche zu ihrem bebilderten Vortrag.



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