26. April 2019, 22:14 Uhr

Rosen blühen auf bei »Villa Cotta«

Noch bis Sonntag lädt die Gartenmesse »La Villa Cotta« in den Schlosspark Laubach ein. 150 Händler bieten ihre Waren feil, und bereits am gestrigen Freitag freuten sie sich über einen regen Besuch. Trotz Dauerregens, den ein »Gast« aber besonders liebte.
26. April 2019, 22:14 Uhr
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Von Thomas Brückner
Auftakt der 18. Garten- und Landhaustage »La Villa Cotta« in Laubach. (Foto: tb)

Zwar steht die riesige Auswahl an Pflanzen im Vordergrund, doch ist es das Gesamtpaket, das stets aufs Neue Tausende zu den Garten- und Landhaustagen »La Villa Cotta« lockt: Mode- und Lifestyle-Artikel gehören dazu, hochwertige, gern auch extravagante Deko-Artikel für die grüne Oase hinterm Haus oder auf dem Balkon. Nicht zu vergessen die Köstlichkeiten für den Gaumen oder das Rahmenprogramm.

»Nicht umsonst ist ›La Villa Cotta‹ inzwischen weit über Hessens Grenzen hinaus in ganz Deutschland bekannt und beliebt«, zeigt sich Anja Hartmann stolz. Vor 17 Jahren, damals noch mit einer vergleichsweise bescheidenen Auswahl, hatte die ehemalige Laubacherin die ersten Garten- und Landhaustage in Laubach veranstaltet.

Ein Wagnis, das sich lohnen sollte: Von Jahr zu Jahr stieg die Resonanz. Nach wie vor, trotz der wachsenden Konkurrenz an Gartenmessen, lockt »La Villa Cotta« jedes Jahr aufs Neue die Massen, die nicht zuletzt die herrliche Kulisse des Schlossparks genießen wollen. Darunter nicht wenige kaufkräftige Kunden aus dem Rhein-Main-Gebiet – ein Pfund, auf das auch gestern wieder der eine oder andere Händler verwies. Den Besuchern verspricht Hartmann wie bisher und so auch diesmal ein »Fest der Sinne«.

Eine Bestätigung erhält der Gartenfreund am Stand von Birgit Kunz: Meist mit pastellfarbenen, doch immer vollen Blüten kommen ihre Rosen daher. »14 Grad und Nieselregen, das lieben sie besonders, dann blühen sie so richtig auf«, weiß die Seligenstädterin. Und bestätigt die Vermutung, dies könne an der Provenienz der meisten Züchtungen liegen: England, eben. Dass der Brexit das Geschäft auch der Rosenimporteure erschweren würde, sie noch immer auf ein Verblühen der EU-Skepsis auf der Insel hofft, lässt Kunz nicht unerwähnt. Ebenso wie diesen Tipp: Wer den Duft der Rosen, »immer noch das Verkaufsargument«, in vollen Zügen genießen möchte, der muss früh aufstehen. »Am Morgen riechen sie am intensivsten, mittags machen sie eine Pause, am Abend schenken sie uns noch einem kleinen Wink.«

Nicht weit entfernt von ihrem Stand preist Siegfried Schubhard diese Marktneuheit an: auf den ersten Blick eine gewöhnliche Gartenschere, doch mit gleich drei Klingen und vier Schneiden. »Das garantiert einen sauberen Schnitt. Selbst bei großen Buxbaumpflanzen – nie mehr gelbe und braune Blätter!«, versichert der Nürnberger, ganz ohne fränkischen Akzent. Gut, er stammt aus Österreich.

Anders als die Rosenfrau und der Scherenmann muss dieser Händler durchaus über eine wetterbedingte »Nachfragedelle« klagen: Dirk Borgsen, der Eisverkäufer. Seit rund zehn Jahren reist er aus Gütersloh an, und war meistens zufrieden. Gestern aber verhagelt ihm der Dauerregen das Eisgeschäft, steht er sich die Beine in den Bauch. Das Positive daran: Er hat Zeit zum Plaudern. Etwa über die geheimen Vorlieben seiner Kunden. »Über 50 Prozent wollen nur eins: Vanille«, verrät Dirk Borgsen aus Gütersloh. Warum? Das muss an diesem Tag offen bleiben. Die Erklärung seiner Partnerin jedenfalls scheint wenig glaubwürdig: »Für Mütter kleiner Kinder ist Vanille-Eis von Vorteil – Schokoflecken gehen schlechter raus...«



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