27. Dezember 2016, 18:58 Uhr

Rocker rücken aus Wißmar ab

Wettenberg (so). Was wird aus dem Vereinsdomizil der Hells Angels Gießen, nachdem deren Präsident Aygün Mucuk im Oktober dieses Jahres just dort ermordet wurde? Noch unbestätigten Informationen zufolge hat die Immobilie einen neuen Besitzer, einen Geschäftsmann aus einem benachbarten Landkreis.
27. Dezember 2016, 18:58 Uhr
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Von Rüdiger Soßdorf
Vom bisherigen Vereinsheim der Hells Angels in Wißmar sind alle Schilder entfernt.
Das lässt den Schluss zu, dass die Motorradfreunde in Wißmar ihre Fahne eingeholt haben.
Dahingehend hat man auch die Bauaufsicht angesprochen. Doch dort liegt noch kein Antrag auf Nutzungsänderung vor.
Doch seit Oktober war es ruhig auf dem Anwesen in Wißmar gegenüber der katholischen Kirche, an der Ecke Launsbacher Straße/Zum Gänsberg. Liegt in Mucuks gewaltsamem Tod die Chance für Wettenberg, die Rocker loszuwerden, wie so mancher Wißmarer hofft? Der Rocker-Präsident stammte aus Gießen und wohnte in Krofdorf, da kam ihm die Nutzung der Immobilie durchaus zupass. Dort hatte er zuletzt auch eine Wohnung; dort, auf dem Hof des Clubhauses, wurde er in den frühen Morgenstunden des 7. Oktober erschossen. Schwerpunkt seines Wirkens waren jedoch Gießen und der Rhein-Main-Raum. Womöglich hat mit seinem Tod das Anwesen an Bedeutung für die Hells Angels verloren.
Das geht nach anderen Regeln«, sagte der Wettenberger Bürgermeister Thomas Brunner auf Anfrage. Für ihn war Mucuk als Kopf der »Höllenengel« in Gießen erster Ansprechpartner. Aber dieser war nicht Eigentümer der Immobilie.
Der Kreis stehe einer dahingehenden Nutzungsänderung ablehnend gegenüber. Auch eine Gaststätte kann man versagen, indem die Schankkonzession nicht erteilt wird.
Denn das bedarf keiner gaststättenrechtlichen Konzession, ist rechtlich nicht viel anders einzuordnen als ein Schützenhaus oder ein Domizil der Kleintierzüchter. Und dann sind die Einwirkungsmöglichkeiten äußerst limitiert. (Foto: bf)


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