19. Februar 2019, 21:38 Uhr

Risiken und Nebenwirkungen dank Arzt und Apotheker

19. Februar 2019, 21:38 Uhr
Elf Lieder erklingen in der lustigen Oper.

Der Doctor Krautmann ist der Erzfeind des Apothekers Stössel. Beide schenken sich in beruflicher Hinsicht nichts und treiben sich gegenseitig zu Höchstleitungen an – was ihre Patienten aber nicht immer überleben. Die lustige Oper »Doctor und Apotheker« von Carl Ditters von Dittersdorf wurde nun in der evangelischen Kirche Dornholzhausen gespielt. In seinem Jubiläumsjahr nahm sich der Theater- und Musikverein KAP Dornholzhausen des Stücks aus dem 18. Jahrhundert an.

Und in dem geht es natürlich auch um die Wirren der Liebe: Der Sohn des Doctoren, Gotthold, macht der Tochter des Apothekers, Leonore, den Hof. Stössel hat aber andere Pläne und würde seine Tochter lieber an den invaliden Hauptmann Sturmwald, der ganz gerne dem Wein zuspricht, verheiraten. Natürlich meinen es die Eltern letztendlich gut mit ihren Kindern – aber ein gewisses Eigenintresse ist immer mit dabei. Die Nachkömmlinge gehen ihren eigenen Weg, doch der muss erst erkämpft werden. Zum Glück hat die eher ängstliche Leonore aber ihre Cousine Rosalie an der Seite und auch Gotthold kann auf die Unterstützung des Feldscherers Sichel zurückgreifen, sodass das Schicksal der Liebenden in die gewünschte Bahn gelenkt werden kann.

Mit der Oper vereinigte Carl Ditters von Dittersdorf, ein Zeitgenosse Mozarts, gleich mehrere Themen: Eine Satire auf das Kleinbürgertum, Kritik an den Doctoren und Apothekern seiner Zeit und eine Romeo-und-Julia-Geschichte, letztere aber als Komödie. Das fängt beim Wettstreit zwischen Doctor und Apotheker an – beide anscheinend ausgemachte Kurpfuscher – und geht weiter bis zum Streit über die Aussteuer für die Tochter, wo um jedes Hemd gefeilscht wird. Das Stück bescherte dem Komponisten seinen größten Erfolg und gilt als sein Meisterwerk. Als die Oper am 11. Juli 1786 in Wien uraufgeführt wurde, übertraf der Erfolg jenen der wenige Wochen vorher uraufgeführten »Hochzeit des Figaro« von Mozart. Die Texte sind nie schwerfällig oder düster, alles ist freundlich, teilweise ironisch und oft volkstümlich.

Für die Aufführung der Oper kürzten die Mitglieder des KAP das Stück aber ordentlich ein: Statt den ursprünglichen zweieinhalb Stunden Aufführungsdauer blieben so noch rund 90 Minuten. Elf Lieder erwarteten die Besucher – mal Arie, mal Duett, Terzett, Quintett oder Sextett – immer eingebettet in die weitere Handlung des Stücks.

Der Eintritt zur Aufführung war frei, jedoch wurde um Spenden gebeten: Den Erlös spendet der KAP zu zwei Dritteln für die Erhaltung der Kirche, das andere Drittel geht an das Kinder- und Jugendtelefon Gießen. (Foto: con)

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