04. August 2017, 10:00 Uhr

Minister bei Bender

Rezepte für die mobile Zukunft

Tarek Al Wazir ist Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung. Zu allen vier Themen hat die Geschäftsführung der Firma Bender etwas zu sagen.
04. August 2017, 10:00 Uhr
Eine von 1000 Ladesäulen, die demnächst in Mittelhessen stehen sollen: E-Mobilität und die Infrastruktur im ländlichen Raum waren die zentralen Themen beim Besuch von Wirtschaftsminister Al-Wazir bei Bender in Grünberg. Mit dabei Hauptgeschäftsführer Markus Schyboll, der Technische Geschäftsführer Winfried Möll und Familiengesellschafterin Sabine Bender-Suhr. (Foto: us)

Wenn die Deutsche Post mit ihren gelben Streetscootern Päckchen ausliefert, rollt Technologie aus Grünberg mit. Die Bender GmbH & Co. KG hat Überwachungsgeräte entwickelt, die Menschen in Elektro- und Hybridfahrzeugen vor den Gefahren des elektrischen Stroms schützt. Auch die Fahrer der Scooter. Elektromobilität ist in vielerlei Hinsicht ein Arbeitsschwerpunkt des Familienunternehmens. Ein topaktuelles Thema ist sie zudem. Auch für Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al Wazir, der gestern im Rahmen seiner Sommertour bei dem Grünberger Mittelständler Station machte. Einen Tag nach dem »Dieselgipfel« hatten sich der Minister und die Geschäftsführer Sabine Bender-Suhr, Markus Schyboll und Winfried Möll viel zu sagen.

Der Hinweis der Bender-Geschäftsführung auf Streetscooter der Post kam Al Wazir gerade recht. »Wenn ein Logistikunternehmen seine eigenen Fahrzeuge baut, weil die deutsche Autoindustrie nicht in der Lage ist, sie zu liefern, dann sagt das doch alles. Absurd.«

Hauptgeschäftsführer Schyboll machte deutlich, dass der Erfolg der Elektromobilität mit einem gut ausgebauten, standardisierten Ladenetz steht und fällt. Bender realisiert zur Zeit das Konzept »1000 Ladesäulen für Mittelhessen«, das vom Verkehrsministerum mit einem 125 000 Euro-Zuschuss unterstützt wird.

 

Das Problem mit den Laternen

 

Aber der Ausbau eines flächendeckenden Netzes wird durch ganz banale Dinge behindert. Würden hierzulande alle Straßenlaternen an der Straße stehen, könnte man, wie Schyboll erläuterte, die Ladestationen problemlos integrieren. Aber das tun die Lampen nicht. Und wenn sie am Haus stehen, kann man sie als E-Tankstelle vergessen, denn »Dann stolpert man übers Kabel.« Was die Zukunft der deutschen Autoindustrie betrifft, so hofft der Wirtschaftsminister auf eine heilsame Wirkung der Dieselkrise. Schyboll tut das auch: »Die Chancen sind da und die Technik auch. Man muss die Hersteller zu ihrem Glück zwingen, sonst machen andere die Innovationen.«

500 Arbeitsplätze in Grünberg bedeuten täglich 500 Leute weniger auf der A5

Tarek Al Wazir

Al Wazir ist in Hessen nicht nur für Wirtschaft, Energie und Verkehr zuständig, sondern auch für die Landesentwicklung. Dieser Aspekt kam im Gespräch mit der Bender-Geschäftsführung ebenfalls zur Sprache: »500 Arbeitsplätze in Grünberg bedeuten täglich 500 Leute weniger auf der A5.« Aber wo bekommt man diese Leute her? Dass es in ländlichen Regionen schwierig ist, qualifizierte Bewerber zu finden, machte der Technische Geschäftsführer Winfried Möll deutlich. »Von München zieht hier keiner her.« Ohne die Kooperation mit der Technischen Hochschule Mittelhessen und den Möglichkeiten einer dualen Ausbildung würde sich das Unternehmen noch schwerer tun. »Das ist für uns ein wichtiges Reservoir«, sagt Familiengesellschafterin Sabine Bender-Suhr.

Ein weiteres Problem fernab der Ballungsräume ist die Infrastruktur. »Flächendeckender Handyempfang wäre schon gut«, seufzt Möll, und Bender-Suhr berichtete, dass Bender auf eigene Kosten eine leistungsfähige Leitung hat verlegen lassen. »Wir haben 200 Mitarbeiter im Ausland. Mit denen kommuniziert man nicht mehr über das Festnetz.«

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