Kreis Gießen

Revier neu geordnet

Der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Laubach-Kernstadt, Reinhard Schmidt, berichtete in der Genossenschaftsversammlung Ende April im »Landgasthof Hessenbrückenhammer« in seinem Rückblick von einem ereignisreichen Jagdjahr. Durch die Pachtvergabe waren zusätzliche Vorstandssitzungen erforderlich. Es wurden Versammlungen des Kreisverbandes bzw. der Hegegemeinschaft besucht.
25. Mai 2018, 21:43 Uhr
der Redaktion

Der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Laubach-Kernstadt, Reinhard Schmidt, berichtete in der Genossenschaftsversammlung Ende April im »Landgasthof Hessenbrückenhammer« in seinem Rückblick von einem ereignisreichen Jagdjahr. Durch die Pachtvergabe waren zusätzliche Vorstandssitzungen erforderlich. Es wurden Versammlungen des Kreisverbandes bzw. der Hegegemeinschaft besucht.

Die im letzten Jahr angeschaffte Wiesenwalze war bereits mehrfach im Einsatz. Unter Mitwirkung der Jagdgenossenschaft konnte auch ein geeigneter Platz für den Waldkindergarten gefunden werden. Im Herbst fand eine abwechslungsreiche Wanderung entlang der nordöstlichen Reviergrenze statt. Die zunehmenden Wildschäden erforderten zusätzliche Maßnahmen, denn trotz der erfolgreichen Bejagung durch die Jagdpächter nimmt die Problematik nicht ab, weshalb die Jagdgenossenschaft auf ausreichenden Jagddruck achten wird.

Zusammen mit der Stadtwaldstiftung wurde eine Informationsveranstaltung mit einem Waldschadensschätzer organisiert, um das Bewusstsein dafür zu stärken. Dem gleichen Zweck diente eine Revierbegehung im Februar mit Revierförster Ulrich Imhof, der an verschiedenen Stellen Schäden an Schonungen präsentierte. Das Ausmaß der Wildschäden im Feld konnte dabei noch nicht abschließend beziffert werden.

Für die Jagdgenossenschaft werden zusätzliche Aufwendungen im neuen Jagdjahr erwartet. Derzeit besteht das Revier aus drei Jagdbögen. Die Streckenlisten wurden von den Jagdpächtern Gerrit Jan van Dam, Reino Manys und Franz-Willy Pesch mitgeteilt. Insgesamt wurden im Jagdrevier mit 91 Stück Schwarzwild rund 50 Prozent mehr als im Vorjahr erlegt.

An Reflektoren gewöhnt

Beim Abschuss von Rehwild lag die Strecke mit 95 Stück etwas über den Sollvorgaben. Darüber hinaus wurden 51 Waschbären und 17 Füchse registriert. Es wurde die Frage aufgeworfen, ob die Waschbären die Füchse verdrängen. Im Jagdbogen C konnte außerdem ein Stück Rotwild erlegt werden. Weil die Zahl der verunfallten Rehe in C wieder zugenommen hat, vermutet Pesch, dass sich das Wild an die Wildreflektoren gewöhnt hat: Zehn statt zwei im Vorjahr, Schwerpunkt ist die B 276 im Bereich des Waldsportplatzes.

Die im letzten Jahr im Zusammenhang mit der Neuverpachtung beschlossene Möglichkeit einer anderen Aufteilung des Reviers wurde umgesetzt. Die Jagdgenossen wurden von Schriftführer Hans Gerd Diehl über die Veränderungen, die sich aus der Aufteilung des Jagdbogens C auf die beiden anderen Jagdbögen ergaben, informiert. Die damalige Ausschreibung der Jagdpachten ergab eine ganze Reihe von interessanten Angeboten. Nun hat sich der Jagdvorstand nach Abwägung aller Kriterien entschlossen, die beiden neuen Reviere nach Zuschlag durch die Versammlung ab 2019 an die bisherigen Pächter Kraak (Süd) und van Dam zusammen mit Mulder (Nord) zu vergeben.

Trotz höherer Aufwendungen für Sitzungen, Veranstaltungen und den Grenzgang wies der Kassenbericht der Rechnerin Uta Roth im Jahresergebnis einen geringen Überschuss aus. Die Kasse wurde vom Genossenschaftsausschuss mit Dagmar Luckert, Irene Kretschmer und Günter Haas geprüft, und es ergaben sich keine Beanstandungen. Auf Antrag von Haas wurde der Vorstand von der Versammlung entlastet. Einstimmig wurde nach Erörterung, ob mögliche Wildschäden berücksichtigt werden sollten, wie in den Vorjahren, ein Jagdnutzen von sieben Euro je Hektar beschlossen.

Da Hundekot auf landwirtschaftlichen Flächen nicht ungefährlich für die Nutztiere ist, beteiligt sich die Jagdgenossenschaft an den Einzäunungskosten einer von der Stadt geplanten Freilauffläche für Hunde. Ebenfalls wurde ein Budget für die Einrichtung von Blühstreifen im Bereich der Flure Oberlaubach beziehungsweise Heinrichsgrund beschlossen. Abschließend wurde aus der Versammlung der Wunsch geäußert, in den Medien die Jagdaufseher beziehungsweise Ansprechpersonen für Wildunfälle und Ähnliches zu nennen.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/Kreis-Giessen-Revier-neu-geordnet;art457,437129

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